Ermittlungen wegen Schwarzarbeit bei Lieferanten von Luxusmarken
Nach zahlreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mailand wegen Schwarzarbeit in der Modebranche verschärft die italienische Modegruppe Prada ihre Kontrollen bei Lieferanten. Allein 2025 wurden bei 173 Inspektionen 43 Fälle festgestellt, die zur Beendigung von Lieferverträgen führten.
Sechs Unternehmen wiesen dabei erhebliche Mängel auf, bei 37 weiteren wurden Abweichungen von den Standards des Unternehmens festgestellt, teilte Prada mit. Das entspricht mehr als jedem vierten kontrollierten Lieferanten.
Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften festgestellt
In den vergangenen fünf Jahren hat der Konzern, zu dem auch Miu Miu, Car Shoe, Church's und seit Kurzem Versace gehören, die Zusammenarbeit mit mehreren Lieferanten beendet. Grund waren Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, Abfallmanagement, Arbeitszeiten, Löhne und die Behandlung von Beschäftigten bei direkten und indirekten Zulieferern.
Eine interne Abteilung aus elf Mitarbeitern, die von externen Beratern unterstützt werden, kontrolliert rund 1.000 Lieferanten in ganz Italien. Wiederholte und unangekündigte Kontrollen bei 850 Partnerunternehmen führten in über einem Viertel der Fälle zu Vertragsauflösungen aufgrund schwerwiegender Verstöße, darunter unzulässige Schlafräume, unzureichende Sicherheitsmaßnahmen und mangelhafte Abfallbewirtschaftung.
Die italienische Polizei hatte im Dezember die Firmensitze von 13 Luxusmodeunternehmen aufgesucht und sie aufgefordert, Unterlagen zu Kontrollen ihrer Lieferketten vorzulegen. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit Ermittlungen zu mutmaßlicher Ausbeutung von Arbeitskräften bei Subunternehmern der Modebranche.
Die Marken, die zur Vorlage von Dokumenten verpflichtet wurden, sind Dolce & Gabbana, Versace, Prada, Adidas Italy, Off-White Operating, Missoni, Ferragamo, Givenchy Italia, Alexander McQueen Italia, die Kering-Marken Gucci und Yves Saint Laurent Manifatture, Cris Conf. (Pinko) sowie Coccinelle. Keine dieser Firmen wird selbst beschuldigt, und die Staatsanwaltschaft hat für keine von ihnen eine gerichtliche Verwaltung beantragt, wie italienische Medien berichteten.
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