© KURIER/Gerhard Deutsch

Schuldenlast
02/05/2015

Bürger, Firmen, Staaten: Schulden steigen allerorts

Die globale Verschuldung beträgt fast 200 Billionen Dollar – eine Verdopplung seit dem Jahr 2000.

Die globale Verschuldung hat sich laut aus einer Studie des McKinsey Global Institute seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt: Im zweiten Quartal 2014 betrug sie insgesamt 199 Billionen Dollar (175 Billionen Euro). Im Jahr 2007 waren es noch 142 Billionen Dollar, im Jahr 2000 lag die Summe bei vergleichsweise bescheidenen 87 Billionen Dollar.

Für den Report wurde die Verschuldung in den 22 größten entwickelten und in 25 aufstrebenden Volkswirtschaften untersucht; unterschieden wurde zwischen Schulden des Staates, privater Haushalte, des Finanzsektors und aller übrigen Unternehmen. Demnach entfiel von den 199 Billionen Dollar auf die Staaten ein Anteil von 58 Billionen Dollar.

Im Jahr 2007 betrugen die Schulden noch 269 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, im zweiten Quartal 2014 waren es schon 286 Prozent.

So steht Österreich da

Die höchste Schuldenquote der Realwirtschaft - öffentliche Hand, Unternehmen und Haushalte - (Schulden/BIP) hat Japan mit 400 Prozent, gefolgt von Irland mit 390 Prozent und Singapur mit 382 Prozent. Österreich liegt mit einer Schuldenquote von 225 Prozent auf Rang 19.

Dies setzt sich folgend zusammen: 87 Prozent entfallen auf die öffentliche Hand in Österreich, 88 Prozent auf Unternehmen und 50 Prozent auf Privathaushalte. Die Verschuldung des österreichischen Finanzsektors beläuft sich auf 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Verschuldung der öffentlichen Hand in Österreich hat sich seit 2007 um 23 Prozentpunkte auf 87 Prozent erhöht, während die Verschuldung des heimischen Finanzsektors sich um 21 Prozentpunkte auf 80 Prozent verringert hat. Dies ist teilweise mit der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria und der Kommunalkredit erklärbar.

International betrachtet bereitet den Autoren der Studie die Entwicklung in China am meisten Sorge. In der aufstrebenden Volkswirtschaft haben sich die Schulden in den vergangenen sieben Jahren auf mehr als 28 Billionen Dollar vervierfacht. Auch die Struktur der chinesischen Schulden sei beunruhigend, hieß es. So spiele der Immobiliensektor eine zu große Rolle und auch die Schuldenpolitik vieler Regionalregierungen sei nicht nachhaltig.

"Nach der Finanzkrise ... war erwartet worden, dass die Volkswirtschaften der Welt ihre Schulden abbauen würden. Es ist nicht passiert."

Der Tenor der 120 Seiten starken McKinsey-Studie: "Nach der Finanzkrise von 2008 sowie der längsten und tiefsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg war erwartet worden, dass die Volkswirtschaften der Welt ihre Schulden abbauen würden. Es ist nicht passiert."

Allerdings, räumen die Experten ein, hilft auch ein Sparkurs wenig, wenn das Wirtschaftswachstum zu schwach ausfällt. Und so wird bis zum Jahr 2019 die Staatsschuldenquote wohl in allen Staaten weiter steigen. Nur in Deutschland, Irland und ausgerechnet in Griechenland, rechnen die Studienautoren mit einem Rückgang.

"Die wachsende Verschuldung der Weltwirtschaft ist eine unerfreuliche Entwicklung. Sie verlangsamt die Erholung, erhöht das Risiko neuer Krisen und mindert die Fähigkeit, diese Risiken wirksam zu bekämpfen", sagt Susan Lund, McKinsey-Partnerin und Koautorin der Studie.

Die Studie zum Download

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