Soziale Verantwortung
01/19/2015

Schmähpreis: Ikea, Henry am Zug, Plachutta und Juncker nominiert

Das Netzwerk Soziale Verantwortung vergibt auch heuer den "Schandfleck des Jahres".

Zum dritten Mal verleiht das Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe), dessen Mitglied auch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (www.dka.at) ist, den Schmähpreis „Schandfleck des Jahres“. Das ist eine "negative Auszeichnung" für angeblich "besonders gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen".

Vom 19. Jänner bis zum 18. Februar kann online der Publikumspreis für den Schandfleck des Jahres 2014 gewählt werden (www.schandfleck.or.at).

„Mit dem Schmähpreis Schandfleck wollen wir gemeinsam mit der Zivilgesellschaft ein Zeichen setzen und verantwortlungslos handelnden Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen aufzeigen, dass ihr unverantwortliches Handeln unter Beobachtung steht“, erklärt Marieta Kaufmann, Geschäftsführerin des Netzwerks Soziale Verantwortung, in einer Aussendung.

Franz Fiala, Vorstandsvorsitzender des Netzwerks Soziale Verantwortung ergänzt: „Natürlich richtet sich der Schandfleck auch an politische EntscheidungsträgerInnen. Ein grundlegender Wandel hin zu einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft erfordert zuallererst einen gesetzlichen Rahmen, der Mindeststandards in den Bereichen ArbeitnehmerInnenrechte, Ökologie, Gendergerechtigkeit und Menschenrechte garantiert.“

1. Die Castella GmbH (nunmehr Eterna GmbH) für rücksichtslose Mietspekulation im Zusammenhang mit der Räumung der „Pizzeria Anarchia“ am 28. Juli 2014 unter einem Großaufgebot von 1454 PolizistInnen in der Mühlfeldgasse 12 in Wien Leopoldstadt.

2. Henry am Zug, der Cateringservice in ÖBB-Zügen, wegen Lohndumping. Viele Angestellte arbeiten auch in Österreich, werden aber zu ungarischen Konditionen entlohnt - bloß ein Drittel dessen, was ihre österreichischen KollegInnen bekommen.

3. IKEA wegen dem Widerspruch zwischen Schein und Sein. Während IKEA sich als besonders nachhaltiges Unternehmen präsentiert, fallen IKEA und seine Zulieferbetriebe durch die Verletzung von ArbeitnehmerInnenrechten auf; desweiteren verwendet IKEA Nachhaltigkeitssiegel, die als Greenwashing und Irreführung der Öffentlichkeit kritisiert werden; schließlich ist IKEA ein Lehrbeispiel dafür, wie mit allen erdenkbaren Tricks Steuern gespart werden können.

4. Jean-Claude Juncker wegen effektiver Steuervermeidungspolitik. Der Präsident der EU-Kommission hat in Luxemburg als Premier und Finanzminister eine Steuerpolitik umgesetzt, die dazu führt, dass Unternehmen, aber auch vermögende Einzelpersonen geringe bis keine Steuern zahlen müssen.

5. Die Plachutta-Gruppe wegen respektloser Behandlung des Angestellten Tatara. Der Geschäftsführer Mario Plachutta hat den Kellner Juraj Tatara fristlos gekündigt, weil er sich seine mitgebrachten Erdbeeren mit 50 Gramm Betriebszucker versüßen wollte. Zu Unrecht, wie das Arbeitsgericht feststellte.

6. Samsung Electronics Co. Ltd., weil es insbesondere in der Zulieferkette von Samsung immer wieder zu Arbeitsunfällen und Gesundheitsschädigungen kommt. Von 2007 bis August 2014 wurden allein in der koreanischen IT-Branche 289 Fälle von berufsbedingten Erkrankungen festgestellt, wovon 232 direkt oder mittelbar Samsung zuzuordnen sind.

Vorjahressieger

Im Vorjahr erging der Jury-Preis an die Bundestheater Holding für das Outsourcing der BilleteurInnen an die angeblich menschenrechtlich umstrittene Sicherheitsfirma G4S. Der Publikumspreis ging an die ANDRITZ Hydro GmbH für systematische Beteiligung an mutmaßlcih menschenrechtlich und ökologisch problematischen Staudammprojekten. Die Auszeichnungen (Publikums- und Jurypreis) werden am Welttag der sozialen Gerechtigkeit, dem 20. Februar 2015, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien Neubau verliehen.

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