© dpa/Martin Gerten

Wirtschaft
08/01/2012

Schlecker-Käufer TAP 09 mit großen Plänen

Der neue Schlecker-Eigentümer TAP 09 möchte bis ins Jahr 2016 insgesamt 250 weitere Standorte eröffnen.

Der Käufer der angeschlagenen Drogeriemarktkette Schlecker, der heimische Finanzinvestor TAP 09 um Rudolf Haberleitner, will die Anzahl der heimischen Filialen bis 2016 ausbauen. Derzeit betreibt Schlecker in Österreich rund 900 Filialen, binnen vier Jahren sollen es bis zu 1.150 sein, erklärte Haberleitner in der ORF-ZiB24. "Es ist absolut daran gedacht - auch in Österreich - die Filialen jetzt zu halten und die noch auszubauen", so der 67-Jährige.

TAP 09 übernimmt insgesamt 4.600 Mitarbeiter in 1.350 Filialen in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg (mehr dazu: HIER). Garantieren könne "niemand etwas", aber "unser Plan ist, bis 2016 auf 1.980 Filialen" auszubauen, so Haberleitner. Schlecker soll vom Drogeriemarkt zu einer "echten Nahversorgungskette" mit dem Namen "daily" umgewandelt werden. Die Lebensmittelkomponente solle dabei nur acht Prozent des gesamten Umsatzes betragen, betonte der Investor. Es gebe außerdem einen Vertrag mit Eigenmarken bis 2019, dementierte er den von Mitarbeiterinnen zuvor kolportierten Wegfall dieser. "Die Lieferanten stehen voll zu uns", bekräftigte Haberleitner.

Mitarbeiter sollen gehalten werden

Die Mitarbeiter will der neue Firmenchef halten und zu den Konditionen übernehmen, "die sie bisher hatten". "Das ist unser volles Vorhaben", sagte Haberleitner.

In fünf bis zehn Jahren will TAP 09 dann entscheiden, "ob wir das Unternehmen an die Börse bringen oder weitere Investoren zulassen".

Rudolf Haberleitner: Restrukturierer mit großen Versprechungen

Der neue "Mr. Schlecker" Rudolf Haberleitner agiert lieber im Hintergrund: Der 67-jährige Alleingeschäftsführer und Alleingesellschafter des auf Restrukturierung ausgerichteten Private-Equity-Fonds TAP 09 ist schon seit Jahrzehnten als Krisen- und Insolvenzberater aktiv – ohne dabei groß in der Öffentlichkeit aufzutreten. Auf der Homepage wirbt der Fonds um reiche Investoren – Mindesteinlage 150.000 Euro – und verspricht dabei Renditen von mehr als 20 Prozent pro Jahr. Der Schlecker-Deal ist der bisher größte Coup des Investors. Wer genau seine Geldgeber sind, denen die Fortführung Insidern zufolge wohl einen dreistelligen Millionenbetrag wert sein muss, bleibt vorerst im Dunkeln. Versprochen hat Haberleitner schon bei früheren Sanierungen viel, nicht immer ging die Sache auch gut aus, nicht selten endeten die Sanierungen, wie etwa beim Kipptore-Erzeuger Lindpointner, in gerichtlichen Auseinandersetzungen. Bei Libro und Palmers kam Haberleitner nicht zum Zug.

Eher unrühmlich kam der begeisterte Golf-Spieler, der in den USA Wirtschaft studierte, 2001 in die Schlagzeilen. Damals wurde bekannt, dass er für die staatliche Gesellschaft für industriepolitische Maßnahmen (GBI) nicht nur im Aufsichtsrat saß, sondern für eine Tagesgage von 30.000 Schilling auch als Berater tätig sein sollte.

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