Derzeit hat Santander in Österreich 27 Filialen, neun davon in Wien.

© Reuters/PAUL HANNA

Bank
04/08/2014

Santander hat noch nicht genug

Die spanische Großbank möchte in Österreich weiter wachsen, nicht aber die Bawag schlucken.

Die Bawag könnte in Österreich eine Nummer zu groß sein für uns", sagt Santander-Österreich-Chef Olaf Peter Poenisch. Und tritt damit dem Gerücht entgegen, die spanische Großbank hätte Ambitionen auf die österreichische Cerberus-Tochter.

Santander hat in Österreich 2009 dem US-Konzern General Electric die GE Money Bank abgekauft. Nun wollen die Spanier ihre Position in Österreich weiter ausbauen. Auch durch Zukäufe? "Wenn man Santander weltweit verfolgt, sind die Kollegen in Madrid sehr umtriebig", sagt Poenisch, auch was Zukäufe betrifft. Wenn sich in Österreich "Filetstücke bieten, die zu unserem Geschäftsmodell passen", werde man sich das Ganze anschauen. An der Bawag jedenfalls bestehe kein Interesse.

Banco Santander war Ende 2013 nach Marktkapitalisierung (75 Milliarden Euro) die größte Bank der Eurozone. In 40 Ländern weltweit betreibt der spanische Bankenriese mehr als 13.900 Filialen, beschäftigt rund 190.000 Mitarbeiter und hat über 103 Millionen Kunden.

"Was wir hier vorfanden, war desaströs."

Als Santander in Österreich die damalige GE Money Bank kaufte, hatte die noch rund 600 Beschäftigte. "Was wir hier vorfanden, war desaströs", schilderte Poenisch. Man habe die Bank komplett umgekrempelt und restrukturiert, umgetauft auf "Santander Consumer Bank" sei der Umsatz bisher mehr als verdoppelt worden. Die Restrukturierung sei beendet. Heuer zu Jahresbeginn hat Santander in Österreich weitere 40 Leute abgebaut, im Service Center in Eisenstadt. Dafür gab es einen Sozialplan. Heute beschäftigt Santander in Österreich rund 400 Menschen.

Derzeit hat Santander in Österreich 27 Filialen, davon 9 in Wien. 2014 sind wieder drei Neueröffnungen in den Bundesländern am Plan. Ende 2013 wurde die Schwelle von 300.000 Kundenverträgen übertroffen. Für 2013 wurden heute vorläufig 42,4 Millionen Euro Gewinn für Österreich genannt.

Bei Sparzinsen im Spitzenfeld

Kerngeschäft in Österreich ist wie in Deutschland die Auto- und Warenfinanzierung. Santander ist dabei führend bei Ratenkrediten für Möbel, Elektrogeräte und andere Konsumgüter. Ins Onlinesparen ist Santander in Österreich erst vorigen Oktober eingestiegen. Auf tägliches fälliges Geld zahlt die Bank derzeit 1,4 Prozent, deutlich mehr als alle anderen Banken im Land. Die Spareinlagen von mittlerweile 11.000 Einlagenkunden seien binnen kürzester Zeit auf mehr als 450 Millionen Euro gestiegen, sagt Poenisch. Noch heuer soll die Milliarden-Marke erreicht werden.

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