EU fürchtet, dass Russland die Gaslieferungen reduziert.

© Kurier/Martin Gnedt

EU/Russland
09/11/2014

Sanktionen sollen Ölinvestitionen in Russland stoppen

Die westlichen Energiekonzerne sollen Investition in Russland stoppen. Die EU spielt inzwischen einen Ausfall russischer Gaslieferungen durch.

Die USA und die Europäische Union wollen Insidern zufolge Milliardeninvestitionen der größten westlichen Energiekonzerne in die Öl-Förderung in Russland stoppen. Durch die Verhängung neuer Sanktionen sollen amerikanische und europäische Unternehmen daran gehindert werden, in Russland nach Rohöl in der Arktis, in der Tiefsee oder in Schiefergesteinsformationen zu suchen, wie mehrere Insider am Mittwoch sagten.

Exxon Mobil und BP

Zu den betroffenen Firmen zählten auch Exxon Mobil und BP. Russland ist die weltgrößte Rohöl-Fördernation, steht bei der Ausbeutung schwer zugänglicher Vorkommen aber noch ganz am Anfang. Die EU-Staaten hatten zur Wochenmitte ihre Entscheidung über eine Verschärfung von Strafmaßnahmen gegen Russland auf Donnerstag vertagt. Der Moskauer Regierung zufolge verzögern die westlichen Sanktionen, die bereits in Kraft getreten sind, die Ausbeutung schwer zugänglicher Ölvorkommen. Die Strafmaßnahmen wirkten sich bereits auf die Entwicklung solcher Felder sowie die Produktion von Schieferöl aus, sagte Rohstoffminister Sergej Donskoi der Agentur Interfax zufolge. Schließlich nutze die heimische Branche dafür in der Regel Technologie aus dem Ausland und passe sie den örtlichen Bedingungen an. Die EU und die USA haben wegen des Ukraine-Konflikts Sanktionen gegen Russland verhängt, durch die auch Lieferungen bestimmter Technologieprodukte für die Ölgewinnung in der Arktis und die Produktion von Schieferöl verboten sind.

EU spielt Ausfall von Gaslieferungen durch

Inzwischen nimmt die EU-Kommission die Folgen eines eventuellen Ausfalls russischer Gaslieferungen infolge des Ukraine-Konflikts genau unter die Lupe. „Wir werden eine Analyse vorlegen, die es in dieser Tiefe noch nie gab“, sagte der scheidende Energiekommissar Günther Oettinger am Donnerstag in einer Videobotschaft aus Brüssel vor dem Deutschen Energiekongress in München.

„Wir müssen die Lage der Versorgungssicherheit erörtern. Es geht um Gas.“ Die Studie werde in der kommenden Woche vorgestellt. Dazu gehöre auch eine Prognose für den schlimmsten Fall. „Was wäre, wenn die Ukraine nicht in der Lage oder nicht willens ist, ihre Lieferungen zu erfüllen? Oder was ist, wenn Herr Putin doch den Gashebel als Waffe in dem Konflikt einsetzt?“, sagte der CDU-Politiker. Die Europäer hätten sich bereits mit dem Ausbau ihrer Gasspeicher, neuer Terminals für Flüssiggasschiffe und interner Transfermöglichkeiten gewappnet. „Wir brauchen eine kurzfristige Strategie für die Zeit vom 1. Oktober bis 1. April. Wir brauchen aber auch eine Mittelfriststrategie“, mahnte Oettinger. Der Westen dürfe nicht im Zuge politischer Konflikte erpressbar sein.

Polen

Europäische Versorger wie E.ON konstatieren verringerte Gas-Lieferungen aus Russland. Polen erklärte am Mittwoch, seit Beginn der Woche mindestens 20 Prozent weniger Gas vom russischen Monopolisten Gazprom zu bekommen. Auch am Donnerstag meldete der polnische Pipeline-Betreiber einen geringeren Gas-Durchfluss. Die EU bereitet derzeit Sanktionen gegen Gazprom vor.

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