Wirtschaft
05/26/2020

S Immo-Quartalsverlust trotz operativer Verbesserung

Ausschlaggegend für den Verlust im ersten Quartal war die Neubewertung von Immobilien.

Die börsennotierte S Immo hat zum Jahresauftakt wie schon vom Unternehmen avisiert wegen Immobilien-Neubewertungen einen Nettoverlust erlitten, operativ aber bessere Zahlen als vor einem Jahr geschrieben. Nach 15,1 Mio. Euro Gewinn standen diesmal 21,4 Mio. Euro Nettoverlust zu Buche, teilte die s Immo Dienstagfrüh mit. Das Immo-Bewertungsergebnis lag bei -31,5 Mio. nach +9,9 Mio. Euro Anfang 2019.

In den im ersten Quartal von 28,4 auf 31,1 Mio. Euro gestiegenen Mieterlösen spiegeln sich laut s Immo die Zugänge bei vermieteten Immobilien in CEE und Deutschland und eine gute Like-for-Like-Performance. Das Bruttoergebnis wuchs auf 25,8 (24,0) Mio. Euro. Das operative Ergebnis aus Vermietungen (FFO I) stieg auf 13,8 (10,8) Mio. Euro, der FFO II auf 15,8 (11,4) Mio. Euro.

Abwertungen

Dass das Immo-Bewertungsergebnis diesmal negativ war, sei der Corona-Pandemie zuzuschreiben: Die -31,5 Mio. Euro entsprächen etwa 1,3 Prozent des IFRS-Immo-Vermögens, heißt es. Von den Abwertungen entfielen 8,6 Mio. Euro auf Österreich und 22,9 Mio. Euro auf CEE, in Deutschland gab es ein leichtes Bewertungsplus. Wegen Covid-19 gibt man keinen konkreten Ausblick auf das Ergebnis: Die weiteren Auswirkungen der Pandemie seien derzeit nicht seriös abschätzbar.

Wegen der Unsicherheiten infolge Covid-19 kam es laut Quartalsbericht zu Abwertungen der zu Börsenkursen bewerteten Beteiligungen an der Immofinanz und der CA Immo, sodass sich die Position "andere finanzielle Vermögenswerte" auf 413,7 Mio. Euro verringerte (nach 554,1 Mio. Euro Ende 2019) und das Gesamtergebnis entsprechend negativ beeinflusste. Die s Immo hält nach letztverfügbaren Angaben 12 Prozent an der Immofinanz und 6,3 bis 6,4 Prozent an der CA Immo.

Von der Coronakrise sind laut CEO Ernst Vejdovszky nicht alle Regionen und vor allem nicht alle Nutzungsarten gleichermaßen betroffen. Im März sei die s Immo vor allem ab der zweiten Monatshälfte tangiert gewesen, im April gab es vor allem bei Hotels und dem Handel deutliche Einbußen. "Der Mai war sicherlich noch kein Wonnemonat, aber wir sehen zunehmend positive Signale, eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen und einen Hoffnungsschimmer am Horizont."

Wohnimmobilien krisensicher

Zudem seien Wohnimmobilien, die fast 30 Prozent des s-Immo-Portfolios ausmachen, kaum betroffen und könnten in den nächsten Monaten sogar von den allgemeinen Unsicherheiten profitieren. Die Anfang 2020 durchgeführte Kapitalerhöhung habe einen sehr komfortablen Cashpolster verschafft, "der uns schon jetzt zuversichtlich auf 2021 blicken lässt", so der CEO.

"Es werden sich in dieser Krise Chancen ergeben", meinte Vorstandsdirektor Friedrich Wachernig in der Aussendung: "Und wir haben die Stärke, die Expertise und mit einem sehr hohen Cashbestand von über 230 Mio. Euro die Mittel, diese Chancen in den richtigen Momenten zu nutzen."

Das Immo-Portfolio bestand Ende März aus 344 (Ende 331) Objekten mit 2,363 (2,371) Mrd. Euro Buchwert und weiterhin 1,2 Mio. m2 Gesamtnutzfläche; der Vermietungsgrad lag bei 94,9 Prozent. Die Gesamt-Mietrendite wird mit 5,3 Prozent beziffert. 19 Prozent der Buchwerte lagen in Österreich, knapp 50 Prozent in Deutschland, der Rest im CEE-Raum. 41 Prozent des Portfolios waren Bürogebäude, 20 Prozent Geschäftsimmobilien, 30 Prozent Wohnobjekte und 9,5 Prozent Hotels. In Deutschland wurden in den ersten Monaten 2020 einzelne Liegenschaften in Deutschland erworben. Ankäufe in Österreich und CEE fanden im Berichtszeitraum nicht statt.

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