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Wirtschaft
07/31/2019

Ryanair droht der Lauda-Belegschaft mit Job-Abbau

Verluste: Lohnkosten-Senkung oder 30 Kündigungen und Stationierung von Ryanair-Boeings in Wien

von Andrea Hodoschek

Andreas Gruber, Geschäftsführer der Ryanair-Tochter Lauda, schockte die Belegschaft der Billig-Airline am Dienstag. Unter dem Titel „Important Business Update“ droht Gruber der Belegschaft in einem Rundschreiben heftig.

Lauda müsse die Produktivität verbessern und effizienter werden, sonst würde die Airline scheitern, heißt es in den „Staff news“. Die Heimatbasis Wien erwirtschafte ihre Verluste auf Grund der hohen Kosten kombiniert mit einem niedrigen Produktivitätsniveau.

Daher sei die Aufstockung der Flotte (derzeit 20 Airbus) um vier Flugzeuge für den Winter 2019 fraglich. Sollten die notwendigen Maßnahmen nicht durchgesetzt werden, werde das geplante Wachstum von der Muttergesellschaft Ryanair selbst übernommen. Ryanair werde eine Basis in Wien etablieren und vier Boeing-Flugzeuge überstellen, die effizienter und zu niedrigeren Kosten eingesetzt werden könnten als die Lauda-Flotte.

Gruber wird noch deutlicher. Sollte bis zum Mittwoch, den 14. August, kein Agreement erreicht werden, würde das den Verlust von bis zu 30 Bord-Mitarbeitern, vermutlich Piloten, bedeuten. Gelänge eine rasche Vereinbarung bis zu diesem Stichtag, hoffe man, den Job-Abbau für 2019 geringer zu halten oder vermeiden zu können. Und könne 2020 profitabel wachsen.

Lohnkosten-Senkung 

Lauda beschäftigt derzeit insgesamt rund 790 Mitarbeiter, davon 450 in Österreich. Konkret dürfte es um Gehaltssenkungen bzw. noch flexiblere Dienstpläne gehen, um die Crews noch effizienter einsetzen zu können. Die Airline hat im Gegensatz zu allen anderen Low-Cost-Carriern in Wien einen Kollektivvertrag für die fliegenden Mitarbeiter. Gründer Niki Lauda hatte diesen noch selbst mitverhandelt.

2018 vor Liquidierung

Lauda flog im Vorjahr knapp 140 Millionen Euro Anlaufverlust ein. Dieser Verlust sei von Ryanair durch Darlehen ausgeglichen worden, heißt es im Schreiben. Wenn Ryanair nicht eingegriffen hätte, wäre Lauda liquidiert worden und alle Jobs wären verloren gegangen.

Gruber verweist auf das am Vortag veröffentlichte Halbjahres-Ergebnis der Mutter Ryanair. Europas größte Billig-Airline musste einen Gewinneinbruch für den Konzern von 21 Prozent auf 243 Millionen Euro hinnehmen. Für 2019 würden die Lauda-Verluste nach wie vor mit 50 Millionen Euro prognostiziert. Als Ursachen gibt der Lauda-Chef hohe Treibstoffkosten, niedrige Ticketpreise, signifikante Ausgabensteigerungen und die Ineffizienz der Crews an.

Lauda bezahle höhere Gehälter als Eurowings, Level und Wizz, wird argumentiert. Das Management bedauere, aber dieser Schritt sei unumgänglich für das Überleben des Geschäftes. Der einzige Weg, die Mitbewerber zu schlagen, seien billigere Preise für die Kunden und niedrigere Kosten. Einige Geschäftsbereiche sollen außerdem in den nächsten Wochen und Monaten  an Ryanair abgegeben werden.