Bei MAN werden 500 für den russischen Markt vorgesehene Lkw heuer wohl nicht mehr in Auftrag gegeben.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Russland-Sanktionen
09/09/2014

Rezepte gegen Krise gesucht

Sozialpartner und Regierung beraten am Mittwoch über Unterstützung für betroffene Betriebe.

Die heimische Wirtschaft bekommt die Krise zwischen Russland und der Ukraine immer stärker zu spüren. Beim Lkw-Bauer MAN in Steyr (Oberösterreich) sollen laut OÖN ab Oktober für – vorerst – sechs Monate rund 2000 der 2400 Beschäftigten kurzarbeiten.

Die Belegschaft ist gestern darüber informiert worden. MAN rechnet offenbar nicht damit, dass 500 für den russischen Markt vorgesehene Lkw tatsächlich noch heuer in Auftrag gegeben werden. "Zwischen April und Juli hatten wir ein übliches Geschäft. Nach dem Sommer fehlen aber die Neuaufträge – und zwar dramatisch", sagte Betriebsratsvorsitzender Erich Schwarz den OÖN.

Was kann man tun, um die Betriebe zu unterstützen? Wie gravierend sind die Auswirkungen bisher? Und: Werden sich die Sanktionen bald noch stärker auswirken?

Über diese Fragen werden Regierung und Sozialpartner bei einem Gipfel am Mittwoch im Kanzleramt debattieren. Ursprünglich hätte es bei dem Treffen schwerpunktmäßig um den Lehrstellenmarkt gehen sollen. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl hatte aber darauf gedrängt, die Ukraine-Krise und deren wirtschaftliche Auswirkungen in den Fokus zu stellen. Er fordert, wie berichtet, ein Krisenpaket für Firmen und Mitarbeiter. Man werde Arbeitsstiftungen andenken müssen. Für die Unternehmen sollten Haftungen ausgeweitet werden, schlägt der Kammer-Boss vor. Zudem müssten neue Märkte für Betriebe gefunden werden, die durch die Sanktionen Abnehmer verlieren oder bereits verloren haben.

2013 lag Russland an zehnter Stelle in der Liste der wichtigsten Handelspartner Österreichs. Rund 55.000 Jobs hängen direkt oder indirekt daran. Rund 1200 heimische Firmen exportieren Waren nach Russland.

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