"Rinder" Autozubehör ist pleite

Der Kofferraum eines Autos ist mit einem Warndreieck, einem Reserverad und verschiedenen Autozubehörteilen gefüllt.
Der Händler mit Sitz in Leonding und acht Töchter sind insolvent - 90 Mitarbeiter betroffen.

Der oberösterreichische Autozubehörhändler Rinder mit Sitz in Leonding (Bezirk Linz-Land) und acht seiner Tochtergesellschaften sind insolvent. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 27 Millionen Euro, die Aktiva auf knapp 5 Millionen. Von der Insolvenz sind rund 90 Dienstnehmer - 40 in Österreich und 50 in anderen EU-Ländern - betroffen.

In Osteuropa übernommen

Am Freitag wurde beim Landesgericht Linz ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt, sagte Anwalt Erhard Hackl. Als Insolvenzursache wird angegeben, dass durch die Expansion in Ostmärkten Forderungen uneinbringlich geworden seien und die Liquidität des Gesamtkonzerns dadurch verlorengegangen sei.

Bei den betroffenen Töchtern handelt es sich um die Rinder Österreich Warenhandel GmbH, Rinder International GmbH, Rinder WarenhandelsgmbH in Deutschland, Rinder Logistics s.r.o in der Slowakei, Rinder SK s.r.o, Rinder Hungaria Kft., Rinder CZ s.r.o und Rinder d.o.o in Slowenien.

Ein Regal voller verschiedener Autoräder in einem Geschäft.
Sie sollen allesamt geschlossen werden, sagte Hackl. In der Holding selbst sind Teilbetriebsschließungen vorgesehen, der Rest soll aber vorerst weitergeführt werden. Von den rund 40 Arbeitsplätzen in der Holding dürfte ein Drittel bis die Hälfte gestrichen werden.

Derzeit werde mit ausländischen Lieferanten über die Neugründung einer Gesellschaft, an der diese mehrheitlich beteiligt sein sollen, verhandelt. Komme diese Lösung zustande, könnte auch Personal übernommen werden.

Die Zahl der Gläubiger war vorerst nicht bekannt, Hauptgläubiger sei aber eine Bank, so Hackl. Die Belieferung der Kunden solle wie bisher erfolgen, solange das Unternehmen durch einen noch zu bestellenden Masseverwalter fortgeführt wird.

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