Rewe: Fleisch-Produktion soll nachhaltiger werden

Statt Soja aus Südamerika setzt der Handelsriese künftig auf gentechnikfreie Futtermittel aus Europa.

Bis in der Grillsaison das Kotelett auf dem Rost brutzelt, ist es meist ein weiter Weg für das Stück Fleisch. Bekanntlich würde weniger Fleischkonsum viel an Ressourcen sparen, doch dieser ist hierzulande seit Jahren relativ stabil. Auf Grillhendl und Schweineschnitzel wollen Herr und Frau Österreicher eben nicht verzichten: 2012 setzte der Lebensmitteleinzelhandel um 6,9 Prozent mehr Fleisch um als im Jahr davor. Zudem wird derzeit durch Hitzeschäden Schweinefleisch teurer (die Gründe dafür lesen Sie hier).

An einem Glied in der Produktionskette will nun Rewe drehen: dem Futtermittel.

Der deutsche Lebensmittel-Gigant passt seine Marktstrategie an und wird künftig in den Kühlregalen Fleisch von Hühnern und Schweinen anbieten, die mit gentechnikfreien Sojabohnen aus Europa gefüttert werden, berichtet das Ö1-Morgenjournal. Bislang wurde das meiste Futtermittel-Soja aus Südamerika importiert, vor allem in Brasilien zerstören Agrarkonzerne für den Anbau von Soja riesige Flächen an Regenwald.

Das europäische Soja komme aus dem Donauraum, wo die Anbaufläche massiv ausgeweitet wird, heißt es weiter.

"Noch ein weiter Weg"

Ein Mann mit Brille gestikuliert während eines Gesprächs.
APA5960540-2 - 22112011 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA 441 WI - REWE International-Vorstandsvorsitzender Frank Hensel am Dienstag, 22. November 2011, während eines Pressegesprächs im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. APA-FOTO: HANS KLAUS TECHT
Allerdings ist es bis dahin "noch ein weiter Weg, weil man die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dafür schaffen muss", ist sich Rewe-Boss Frank Hensel(im KURIER-Interview, Juli 2013) bewusst. Die Umstellung in den zum Rewe-Konzern gehörenden Filialen von Billa, Merkur und Adeg soll "schrittweise" bis 2017 gelingen.

So werde es ab Herbst für einen Teil der Tiere nur mehr Sojaschrot aus Europa geben - konkret für Legehennen und für diejenigen Tiere, die als "Ja, natürlich!"-Fleisch im Supermarkt landen.

Mehrere gelbe Mähdrescher ernten ein Feld in parallelen Bahnen.
Workers harvest soy in a farm in Correntina, Bahia in this April 1, 2010 file photo. Brazilian farmers are spending like never before on farm equipment, fertilizer and other investments, a possible sea change in rural sentiment that could boost long-term output in a country that barely scratches the surface of its agricultural potential. Picture taken April 1, 2010. To match Analysis BRAZIL-AGRICULTURE/ REUTERS/Paulo Whitaker/Files (BRAZIL - Tags: BUSINESS AGRICULTURE)
Umweltschützer unterstützen den Plan, wird doch in Südamerika Jahr für Jahr 2,5 Mal die Fläche Österreichs für den Anbau von Soja abgeholzt, also "unwiederbringlich zerstört", wie es Reinhard Uhrig vonGlobal 2000formuliert.

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