Wirtschaft
21.03.2018

Rene Benkos Karstadt: Gewinn nach langer Durststrecke

Die deutsche Kaufhausgruppe Karstadt schrieb über viele Jahre rote Zahlen. Nun sollen sogar neue Filialen geplant sein.

Der deutsche Warenhauskonzern Karstadt, der zur Unternehmensfamilie des Tirolers Rene Benko gehört, schreibt nach Jahren der Krise wieder schwarze Zahlen. Karstadt habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 erstmals seit zwölf Jahren einen Jahresüberschuss erzielt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Unter dem Strich stand ein Plus von 1,4 Mio. Euro.

Zudem wolle Karstadt wieder neue Filialen eröffnen, kündigte Karstadt-Chef Stephan Fanderl an: "Wir haben ein Portfolio von interessanten Standorten und es ist nicht die Frage ob, sondern wann und an welchem davon ein neues Warenhaus entstehen wird."

Ziel "vernetzter Martkplatz"

Karstadt kämpfte über Jahre mit Verlusten. Die Kette war 2014 vom Immobilien-Investor  Benko gekauft worden, Fanderl übernahm das Ruder. Er setzte zunächst den Rotstift an, lichtete den Markendschungel im Sortiment und verordnete Karstadt eine verstärkte lokale Ausrichtung der Warenhäuser. Zudem holte er Partner in die Warenhäuser und kurbelte das Online-Geschäft an - Fanderl will Karstadt zu einem "vernetzten Marktplatz" umformen. Bis zum Geschäftsjahr 2019/20 wolle er den Anteil des Online-Umsatzes auf rund zehn Prozent steigern, kündigte Fanderl an.

Bereits im Geschäftsjahr 2015/16 hatte der Kaufhof-Konkurrent den Verlust deutlich verringert. Er hatte damals einen Jahresfehlbetrag von 7,5 Mio. Euro verzeichnet. Davor lag das Minus noch bei knapp 65 Mio. Euro. Nun konnte Karstadt einen kleinen Gewinn ausweisen. Der von Fanderl eingeschlagene Sanierungskurs zeigt damit Wirkung.

Benkos Kaufhof-Interesse bisher fruchtlos

Benko hatte in der Vergangenheit zudem auch die Fühler nach dem Wettbewerber Kaufhof ausgestreckt. Der kanadische Kaufhof-Eigner HBC hatte ein Übernahme-Offert aber ausgeschlagen.