Rekordhoch an Wall Street beflügelt auch Tokio

Händler arbeiten an der New Yorker Börse.
Nikkei erstmals seit 2007 über 17.000 Punkten. NYSE feiert Allzeithoch, trotzdem weniger Boni für Händler.

Und es geht weiter aufwärts: Die New Yorker Börse hat am Montag leicht im Plus geschlossen. An der Wall Street wurde damit der jüngste Rekordkurs fortgesetzt, nachdem drei Gewinnwochen in Folge absolviert worden waren.

Der wichtige Dow Jones Industrial Index stieg um 39,81 Punkte oder 0,23 Prozent auf 17.613,74 Einheiten und markierte damit ein neues Allzeithoch. Der Nasdaq Composite Index legte 19,08 Einheiten oder 0,41 Prozent auf 4.651,62 Zähler zu.

Eine Frau geht an einer Anzeigetafel mit dem Nikkei-Aktienindex vorbei.
A pedestrian walks past an electronic board showing Japan's Nikkei average outside a brokerage in Tokyo November 11, 2014. Japan's Nikkei share average hit a seven-year high on Tuesday as speculation swirled that Prime Minister Shinzo Abe may postpone a planned sales tax increase and call a snap election to bolster his political standing. REUTERS/Yuya Shino (JAPAN - Tags: BUSINESS)

Blick nach Japan

Nach den Rekordhochs an der Wall Street hat auch die Börse in Tokio am Dienstag kräftig zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte schloss erstmals seit sieben Jahren über der psychologisch wichtigen Marke von 17.000 Punkten. Zum Handelsende wies der Index ein sattes Plus von 343,58 Punkten oder 2,05 Prozent aus beim Stand von 17.124,11 Zählern.

In Wien ist's ruhig

Am Montag hatte der ATX 0,71 Prozent höher bei 2.212,36 Punkten geschlossen. Marktteilnehmer berichteten von einem weitgehend ruhigen Geschäft zum Wochenauftakt. Für Auftrieb beim heimischen Leitindex sorgten vor allem die Zugewinne bei den Aktien aus dem Öl-Sektor sowie den Bankwerten.

Die meisten Profianleger an der Wall Street dürften in diesem Jahr einen geringeren Bonus erhalten. In den Handelsabteilungen der Banken und Vermögensverwalter werden die Prämien zum Jahresende niedriger ausfallen als im Vorjahr, so das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Studie der New Yorker Beratungsfirma Johnson Associates.

Finanzkrise & niedriger Leitzins

Der Analyse nach wird es im Schnitt ein Minus von bis zu zehn Prozent für Aktien- und Anleihenhändler geben. Wegen der Aussicht auf dauerhaft niedrige Leitzinsen schichteten Kunden in diesem Jahr relativ wenig Mittel um. Erst im dritten Quartal war es zu einer deutlichen Belebung der Finanzmärkte gekommen.

Die Händler spekulieren mit dem Geld von Klienten und streichen eigentlich meist die größten Boni in der Branche ein. Seit der Finanzkrise steht die Sparte allerdings unter Regulierungsdruck, einige lukrative Geschäfte wurden deutlich eingeschränkt.

Es gibt der Untersuchung zufolge aber auch Gewinner in der Finanzindustrie: 10 bis 15 Prozent mehr Geld erwarten können beispielsweise Investmentbanker und Private-Equity-Spezialisten, die im Geschäftsbereich Fusionen und Übernahmen tätig sind. Nachdem die Unsicherheit in den Jahren nach der Krise lange hoch war und Investoren zögern ließ, kam das Übernahme-Karussell 2014 wieder stärker in Gang.

Umstritten

In der Finanzbranche machen die jährlichen Sondervergütungen einen wesentlichen Teil der Gehälter aus. In Spitzenpositionen liegen die Zahlungen häufig im Millionenbereich. Die Bonus-Kultur ist umstritten, weil damit vor der Finanzkrise Anreize für kurzfristige Anlageerfolge und damit hohes Risiko bei Finanzgeschäften gesetzt wurden. Die US-Gesetzesreform "Dodd-Frank" soll das künftig verhindern, viele Experten halten sie aber für zu lasch.

Die Beratungsfirma Johnson Associates wertet jedes Jahr die Bonusentwicklung bei den größten Banken, Vermögensverwaltern und Fondsgesellschaften der Wall Street aus. Viele Firmen, so zum Beispiel die führende Investmentbank Goldman Sachs, geben in ihren Quartalsberichten bekannt, wieviel Geld sie für Boni einsetzen werden. Über die gesamte Branche hinweg dürften die Prämien der Studie zufolge in diesem Jahr stagnieren.

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