RBS muss es billiger geben
Die Aktien von Börseneulingen aus der Internet-Branche gehen weg wie die warmen Semmeln. In anderen Branchen schaut es ganz anders aus. Ein Beispiel dafür ist die britische Royal Bank of Scotland ( RBS), die ihre US-Tochter Citizens in New York an die Börse bringen will. Es soll der größte Börsengang einer Bank in den USA seit der Finanzkrise werden. Die Nachfrage nach den Aktien ist allerdings flau.
Die RBS, die in der Krise vom britischen Staat gerettet wurde, muss es daher billiger geben und hat den Aktienpreis für die US-Tochter am Mittwoch gesenkt. Die Papiere werden nun für 21,50 Dollar pro Stück statt der zunächst angepeilten 23 bis 25 Dollar verkauft. Die RBS und nimmt damit maximal 3,5 Milliarden Dollar ein. Analysten verwiesen auf Zweifel unter Investoren an den Geschäftszielen der US-Bank. Zudem sei derzeit das Interesse an Finanzwerten geringer als an anderen Branchen.
Heuer die Nr. 2
Dennoch ist es der zweitgrößte US-Börsengang in diesem Jahr nach dem des chinesischen Online-Händlers Alibaba im Volumen von 25 Milliarden Dollar.
Insgesamt waren Börsengänge von Finanzwerten in den USA zuletzt weniger gefragt. So gab der Kurs von Santander Consumer USA seit der Erstnotiz im Januar um rund 25 Prozent nach. Diesseits des Atlantiks lief es dagegen besser. Die Aktien der beiden britischen Banken Onesavings und TSB, die die etablierten Banken herausfordern wollen, legten seit ihrem Handelsstart im Juni 18 beziehungsweise sieben Prozent zu. Mit Aldermore und Virgin Money stehen weitere Institute in den Startlöchern.
Die RBS hatte den Citizens-Börsengang Ende 2013 angekündigt. Hintergrund sind die Anforderungen der britischen Aufseher, den Kapitalpolster aufzustocken und sich auf das Kreditgeschäft in Großbritannien zu konzentrieren. Zudem drängen die EU-Wettbewerbshüter im Gegenzug für die Staatshilfen auf eine Abspaltung der US-Sparte. RBS will daher Citizens bis Ende 2016 vollständig verkaufen, in einem ersten Schritt werden jetzt 29 Prozent abgegeben.
1200 Filialen
Citizens liegt mit etwa fünf Millionen Kunden unter den Banken in den USA auf Platz 13. Das 186 Jahre alte Geldhaus mit Sitz in Rhodes Island betreibt mit 18.000 Mitarbeitern 1200 Filialen in elf US-Bundesstaaten im Osten und Nordosten der USA. Die RBS hatte Citizens 1988 erworben. Die US-Tochter mit einer Bilanzsumme von 130 Milliarden Dollar erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 479 Millionen Dollar.
Kommentare