Wirtschaft
10.04.2018

Raiffeisen-International-Aktie bricht erneut ein

Auslöser war ein Kursrutsch an der Moskauer Börse. Heute wurde bekannt, dass die RBI ihr Polen-Geschäft an BNP Paribas verkauft.

Die RBI-Aktien sind am Dienstagvormittag erneut schwer unter Druck geraten. Um 10.35 Uhr lagen sie 11,32 Prozent im Minus und kosteten damit nur mehr 24,05 Euro. Damit erreichten sie den tiefsten Stand seit Juli 2017. Bereits am Vortag waren sie massiv eingebrochen und über 11,5 Prozent tiefer aus dem Handel gegangen.

Zu Wochenbeginn hatte ein Kursrutsch an der Moskauer Börse die Titel der am russischen Markt stark engagierten Bank in Mitleidenschaft gezogen. Der Moskauer RTS-Index ist am Montag um über elf Prozent abgestürzt, nachdem die USA neue Sanktionen gegen Russland angekündigt hatten.

Deal mit französischer Großbank

Dienstagfrüh hatte sich die RBI-Aktie im Eröffnungshandel zunächst noch auf Erholungskurs befunden und war um knappe fünfeinhalb Prozent gestiegen. Da hatte die RBI bekannt gegeben, ihr Polengeschäft mit Ausnahme der Fremdwährungskredite an die französische BNP Paribas zu verkaufen. Das Geschäft werde das Kernkapital (CET 1 Fully Loaded) um 0,9 Prozentpunkte erhöhen, im Konzerngewinn aber ein Minus von 120 Mio. Euro bewirken, teilte die Bank am Dienstag mit. Der Kaufpreis für das Kernbankgeschäft betrage rund 775 Mio. Euro.

Die RBI habe damit die Verpflichtung der RBI gegenüber dem polnischen Regulator KNF, Aktien der Raiffeisen Bank Polska S.A. an der Warschauer Börse zu listen, erfüllt. Das Closing für das Geschäft wird im vierten Quartal 2018 erwartet. "Diese Transaktion stellt einen wesentlichen Schritt zur Optimierung unserer Unternehmensgruppe dar. Wir schaffen mit der Kapitalgewinnung zusätzlichen Spielraum für die Stärkung unserer Marktposition in relevanten Märkten" wird RBI-CEO Johann Strobl dazu zitiert.

Zum Vergleich: Der Leitindex ATX lag am Vormittag in einem freundlichen europäischen Börsenumfeld 0,5 Prozent im Minus.