Ein Kunde der Rossija-Bank hebt Geld ab: Die USA hatten zuletzt Sanktionen gegen die Rossija-Bank verhängt.

© Reuters/ALEXANDER DEMIANCHUK

Krim-Krise
03/27/2014

Putin schmiedet russischen Kreditkartenanbieter

Als Reaktion auf die Einstellung der Zahlungsdienste für russische Visa- und MasterCard-Kunden.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Gründung einer nationalen Gesellschaft für Kreditkarten angekündigt. "Wir brauchen sie unbedingt, und wir werden das machen", sagte Putin am Donnerstag laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax in Moskau.

Der Präsident reagierte damit auf die Entscheidung der US-Kreditkartenfirmen Visa und MasterCard, die in der vergangenen Woche kurzzeitig den Zahlungsdienst für Kunden der Rossija-Bank und weiterer russischer Geldinstitute eingestellt hatten. Die USA hatten zuvor in der Krim-Krise Sanktionen gegen die Rossija-Bank verhängt; sie ist die Hausbank enger Verbündeter von Putin.

Visa und MasterCard sind international aufgestellt. Sie vergeben Lizenzen an Banken für die Ausgabe ihrer Kreditkarten und für die Abrechnung.

Putin sagte am Donnerstag, auch Japan oder China hätten nationale Kreditkartengesellschaften. Diese Systeme funktionierten, "und sie funktionieren sehr gut". Daher werde auch Russland ein solches Zahlungssystem nun einführen.

Investoren ziehen massiv Kapital aus Russland ab

Die Krim-Krise lässt Investoren aus Russland fliehen. Der Kreml rechnet mit massiven Kapitalabflüssen. Vizewirtschaftsminister Andrej Klepach erwartet einem Bericht der Financial Times zufolge, dass im ersten Quartal bis zu 70 Milliarden US-Dollar (51 Mrd. Euro) abgezogen wurden.

Das würde bedeuten, dass innerhalb von drei Monaten mehr Geld das Land verlassen hätte als im gesamten letzten Jahr. 2013 waren 63 Milliarden Dollar aus Russland abgeflossen. Moskau sagte am Dienstag bereits die vierte Auktion von Staatsanleihen in Folge ab. Die Risikoaufschläge für russische Papiere steigen schon seit Wochen.

Das russische Finanzministerium begründete in einer auf der Internetseite veröffentlichten Mitteilung die erneute Absage mit "unvorteilhaften Marktbedingungen". Der massive Kapitalabzug aus Russland treibt die Zinsen in die Höhe.

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