Nach der Pleite der Alpine ist Porr zur Nummer eins der Baubranche in Österreich aufgestiegen.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Pre-Placement
04/10/2014

Kapitalerhöhung bei Porr

2,16 Millionen Aktien wurden vorab platziert. Die Papiere wurden stark nachgefragt.

Die börsenotierte Baugesellschaft Porr hat gestern Abend eine Blitz-Kapitalerhöhung hingelegt. Die Vorabplatzierung von 2,16 Millionen jungen Aktien bei ausgewählten europäischen Institutionellen war nach wenigen Stunden abgeschlossen. Der Angebotspreis wurde mit 45 Euro fixiert. Damit lag der Bruttoemissionserlös aus dem Hauptteil der Kapitalzufuhr bei 97,4 Mio. Euro.

Wie die Porr in der Nacht auf Donnerstag mitteilte, wurde die Vorabplatzierung vorzeitig beendet, das Orderbuch war vierfach gezeichnet.

Die vorab platzierten jungen Aktien sollen am 15. April "geliefert" werden. Insgesamt werden 2,64 Millionen neue Aktien aufgelegt. Die verbleibenden 480.862 neuen Aktien werden in der Bezugsfrist vom 14. bis 28. April den bestehenden Aktionären angeboten.

Bei vollständiger Annahme soll sich der Nettoemissionserlös aus der aktuellen Kapitalaufstockung auf 113,8 Mio. Euro belaufen.

Porr baut Produktion und Ergebnisse aus

Mit dem Jahresergebnis 2013 könnte die Porr potenzielle Investoren durchaus beeindrucken. Für das laufende Geschäftsjahr ist Porr-Boss Karl-Heinz Strauss außerdem "sehr optimistisch", noch bessere Ergebnisse vorlegen zu können. Der Grund für seinen Optimismus: Der Baukonzern sitzt auf einem Auftragsbestand in der Rekordhöhe von fast 4,6 Mrd. Euro.

Eine U-Bahn in Katar, ein Abschnitt des Koralmtunnels in Österreich oder eine Bahnstrecke in Polen sind Beispiele für Aufträge, die die Porr im Vorjahr eingeheimst hat. Die Produktionsleistung konnte um 19 Prozent auf gut 3,4 Mrd. Euro gesteigert werden. Für heuer ist eine Produktionsleistung von 3,8 Mrd. Euro angepeilt.

Bei den Ergebniszahlen gab es durchwegs Verbesserungen. Das Konzernergebnis konnte auf 52,6 Mio. Euro fast verdreifacht werden, das Betriebsergebnis (EBIT) stieg auf 88 Mio. Euro (plus 63,6 Prozent). Die Konsequenz für die Aktionäre: Die Dividende soll auf ein Euro je Aktie verdreifacht werden.

Die Schuldenberg wird sukzessive abgebaut. Im Vorjahr sank die Nettoverschuldung um 39 Prozent auf 357 Mio. Euro. Auch deshalb, weil wieder nicht betriebsnotwendige Immobilien verkauft wurden.

Kostensenkung

Das Spar- und Restrukturierungsprogramm "fit for future", das im Vorjahr 17 Mio. Euro zum Ergebnis beigetragen hat (unter anderem durch Personalabbau), soll heuer 28 Mio. Euro Ergebnis liefern. Dabei helfen soll eine Kostensenkung im Einkauf. "Die Porr steht für ein Einkaufsvolumen von zwei Milliarden Euro. Ein Prozent ist immer drinnen", meint Strauss.

Die Porr will sich auch weiterhin auf die Kernmärkte Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien und Polen konzentrieren. Diese "Heimmärkte" standen im Vorjahr für fast 95 Prozent der Porr-Produktionsleistung. Märkte wie Katar oder künftig vielleicht auch Saudi-Arabien "werden nie mehr als zehn Prozent unserer Bauleistung haben, damit bleiben die Risiken beherrschbar", sagt Strauss.

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