Pink Tax: Warum Frauen für Shampoo mehr zahlen als Männer
Auch im Jahr 2025 bleibt die sogenannte "Pink Tax" ein Thema, das Frauen in Österreich betrifft. Eine von der Salzburger Arbeiterkammer (AK) durchgeführte Untersuchung der drei größten Drogeriemärkte in Österreich zeigt, dass Frauen für ihre Morgenhygiene durchschnittlich 60,1 Euro ausgeben, während Männer mit vergleichbaren Produkten nur 44,4 Euro zahlen – ein Unterschied von 35,4 Prozent.
Ein Blick auf die Preisgestaltung der Hygieneartikel offenbart ein einfaches Muster: Produkte mit gleicher Funktion, aber unterschiedlichem Design oder Farbe, sind für Frauen oft teurer. Diese Praxis wird als „Gender Pricing“ bezeichnet und steht seit Jahren in der Kritik.
Pink Tax: Bei diesen Produkten zahlen Frauen mehr
Bei der Untersuchung wurden Produkte aus sechs Kategorien analysiert, in denen Frauen bereits 2023 höhere Preise zahlten. In fünf dieser Kategorien müssen die Frauen tiefer in die Tasche greifen. Vor allem bei Einwegrasierern (+63,2 Prozent), Gesichtstagescremen (+52), Duschgels (+50) oder Rasierschaum, -gel, -seife (+42,3) sind die Unterschiede eklatant. Einzig bei den Deos müssen Männer mehr zahlen (+9,5). Kleiner Trost: Die Durchschnittspreise dieser Artikel sind seit 2023 gesunken.
Kritik an der "Pink Tax", der unsichtbaren Frauensteuer, kommt von der Frauenreferentin der AK Salzburg, Ines Grössenberger: "Produkte werden spezifisch verpackt, gefärbt und parfümiert, um gezielt Frauen anzusprechen und emotionale Kaufanreize zu setzen. Diese optischen Unterschiede dienen dann als Vorwand für höhere Preise, obwohl die Inhalte nahezu ident sind. Hier wird auf Geschlechterstereotype zurückgegriffen, um Produkte überteuert zu verkaufen."
Mit der Steuerbefreiung von Hygieneartikeln wie Tampons und Binden, die seit Jänner 2026 in Österreich gilt, sollten Frauen finanziell entlastet werden.
Doch ein aktueller Preismonitor der Arbeiterkammer zeigt, dass nicht alle Händler die Umsatzsteuerersparnis vollständig an die Kundinnen weitergeben. In einigen Fällen blieb die Preisreduktion aus – oder die Produkte wurden sogar teurer.
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