Zahlreiche Langstreckenflüge ab Frankfurt am Main fallen aus. Das Münchner Lufthansa-Drehkreuz wird nicht betroffen sein.

© REUTERS/MICHAEL DALDER

Piloten-Streik
09/30/2014

Lufthansa-Chef bittet Kunden um Verständnis

Die Fluglinie warnt vor "erheblichen Beeinträchtigungen". AUA-Flüge sollen aber planmäßig stattfinden.

Etwa 9000 Reisende können wegen des neuen Streiks der Lufthansa -Piloten, der heute um 8 Uhr begonnen hat, ihren Flug nicht wie geplant antreten. Angesichts dessen hat sich Konzernchef Carsten Spohr in einer Videobotschaft direkt an die Kunden seiner Firma gewandt. Angesichts des "längsten Streikes in der Geschichte des Unternehmens" wolle er um Verständnis bitten für die Auswirkungen des Arbeitskampfes auf die persönlichen Reisepläne, sagte Spohr.

An der Haltung der Unternehmensleitung im Tarifkonflikt ändere sich aber nichts, kündigte Spohr an. Die Konzernführung trage nicht nur für die 5.000 Piloten Verantwortung, die sich derzeit an dem Streik beteiligten, "und damit die Hälfte unserer Pilotenschaft, sondern für die gesamten 120.000 Mitarbeiter unserer Lufthansa."

Lage noch ruhig

Die Flugkapitäne der Lufthansa bestreiken noch bis 23 Uhr Langstreckenflüge ab Frankfurt am Main. Die Fluglinie wollte mit einem Sonderflugplan dafür sorgen, dass jedoch mehr als die Hälfte der geplanten Interkontinentalflüge stattfinden können. Es bleibe bei den 25 schon am Montag abgesagten Flügen, viele davon nach Nordamerika.

Am Frankfurter Flughafen herrschte nach Streikbeginn dichtes Gedränge. Reisegruppen standen vor der großen Anzeigetafel im Terminal 1 und suchten ihre Flüge. Das Chaos blieb aber aus. Markus Wahl von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte noch am frühen Vormittag von einer ruhigen Lage gesprochen: "Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber."

Umbuchung

Auch Österreicher, die einen Langstreckenflug über Frankfurt gebucht haben, sind betroffen. "Wir haben bereits gestern versucht, die Kunden über SMS zu erreichen und wo möglich Alternativen angeboten", sagte Boris Ogursky, ein Lufthansa-Sprecher, am Dienstag. Österreichische Gäste seien zum Teil über München, Zürich oder Brüssel umgebucht worden oder auch Flüge über Wien mit der AUA als Alternativen angeboten worden.

AUA fliegt planmäßig

Die Fluglinie bittet auf ihrer Website alle Fluggäste, sich vor Reiseantritt über den aktuellen Status ihres Fluges online zu informieren oder das Service Center zu kontaktieren (+49(0)69-86-799-799). Die Flüge der übrigen Konzerngesellschaften wie die AUA, Swiss, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti finden planmäßig statt.

Hintergrund des Streiks ist der festgefahrene Streit um die Übergangsversorgung der Piloten. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Der Konzern will die Altersgrenze erhöhen. Die Gewerkschaft Cockpit lehnt dies ab. Vor zwei Wochen hatte die Lufthansa vorgeschlagen, die Altersgrenze individuell anhand der Dienstjahre eines Piloten festzulegen. Auch diesen Vorschlag wies die Gewerkschaft zurück.

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