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Wirtschaft
12/05/2011

Papandreou bettelt "frustriert" um Hilfe Berlins

Griechenlands Premier warb in Deutschland für die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms und um Vertrauen in seine Reformen.

Zwei Tage vor der Bundestags-Abstimmung über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF, der heikelsten in Kanzlerin Merkels bisheriger Amtszeit, versuchte ihr der griechische Premierminister Giorgos Papandreou in Berlin Schützenhilfe zu leisten. Am "Tag der Deutschen Industrie", die vehement die Steuergeld-Rettung der Euro-Schuldenländer und der daran verdienenden Banken fordert, gab sich Papandreou optimistisch.

Mit US-Präsident Obamas Wahlkampfslogan "Yes, we can!" versprach er neuerlich, Griechenland werde "alle Verpflichtungen erfüllen". Dafür brauche es aber den nächsten Acht-Milliarden-Euro-Kredit. Er bedankte sich für die bisherige Hilfe. "Wir sind kein armes Land, wir waren ein schlecht geführtes Land", sagte der Sozialdemokrat, an dessen Euro-Beitritt mit gefälschten Zahlen er einst als Außenminister führend erwirkt hatte. Die "anhaltende Kritik" an seinem Land wies er als "zutiefst frustrierend" zurück.

Kenner seiner Lage wie der Chef der "Griechischen Gemeinden in Deutschland", Antonios Beys, kritisierten, Papandreou habe die Ankündigungen schon in seiner Regierungserklärung gemacht, ohne dass seither viel passiert sei. Er habe noch letzte Woche zugelassen, dass einer seiner Minister seine eigene Ehefrau zur Beamtin machte. Papandreous Partei stehe nur zur Hälfte hinter ihm, so Beys.

Merkel sagte in ihrer Rede vor der Industrie, dies sei "keine Euro- sondern eine Schuldenkrise Europas". Deutschland werde "alle Hilfe leisten, damit Griechenland wieder Vertrauen gewinnt". Am Abend schilderte ihr der griechische Premier die Lage detaillierter.

In der letzten Probeabstimmung der CDU votierten nur mehr 13 Abgeordnete gegen die EFSF-Aufstockung. Trotz der ebenfalls schon sicheren Gegner aus CSU und FDP könnte Merkel die "Kanzlermehrheit" in der morgigen Abstimmung damit doch noch schaffen.

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