Wirtschaft
12.04.2017

Optimismus für die deutsche Konjunktur

Die Wirtschaft wächst robust, es gibt aber viele Risiken.

Mit Hochgeschwindigkeit ist die deutsche Wirtschaft zwar nicht unterwegs, aber doch in recht flottem Tempo. Heuer darf Deutschland das fünfte Jahr in Folge mit einem moderaten Aufschwung erwarten. Die Aussichten haben sich sogar verbessert: Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben in ihrem Frühjahrsgutachten die Wachstumsprognose für heuer und das nächste Jahr angehoben. Für heuer sagen sie nun ein Wachstum von 1,5 Prozent (statt 1,4 Prozent) und für 2018 eines von 1,8 Prozent (statt 1,6 Prozent) voraus.

Der Titel des Gutachtens lautet: "Aufschwung festigt sich trotz weltwirtschaftlicher Risiken." Das zeigt, was die Experten beschäftigt. "Die Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind erheblich", sagen die Ökonomen. So seien die Vorhaben von US-Präsident Donald Trump unklar, genau so wie die Wirkung auf die Weltwirtschaft. Finanzpolitische Impulse in den USA könnten deutlich größer ausfallen als erwartet - was die Konjunktur anschieben würde. Zum anderen würde aber der Welthandel leiden, wenn die USA den angedrohten Protektionismus umsetzen. "Die deutsche Industrie wäre aufgrund ihrer starken Exportorientierung wohl in besonderem Maße negativ betroffen", so die Experten. Als Risiko sehen die Forscher auch politische Entwicklungen in Europa wie die Wahlen in Frankreich und Deutschland sowie die Brexit-Verhandlungen.

Weniger Arbeitslose, mehr Jobs

Deutlich besser als noch im Herbstgutachten vorausgesagt dürfte sich der deutsche Arbeitsmarkt entwickeln. Für heuer wurde die Arbeitslosenquote von 6,1 auf 5,7 Prozent revidiert, für nächstes Jahr von 6,1 Prozent auf 5,4 Prozent. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte in den beiden Jahren um rund eine Million auf 44,56 Millionen steigen.

Nach oben gerückt haben die Forscher die erwartete Inflation: Im Herbst erwarteten sie für heuer noch eine Teuerung von 1,4 Prozent, jetzt gehen sie von 1,8 Prozent aus. Im kommenden Jahr werden die Preise dann um 1,7 Prozent (bisher erwartet 1,5 Proeznt) steigen. Das dürfte die Kaufkraft der Konsumenten etwas schmälern.

Von der Politik fordern die Forschungsinstitute bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen ein. Zudem sollte sich die Politik verstärkt darum kümmern, die Alterung der Gesellschaft abzufedern. "Es ist höchste Zeit, dass die Wirtschaftspolitik stärker an der langen Frist ausgerichtet wird", heißt es. Hier müsse man Abgabenbelastungen begrenzen und mehr in Bildung investieren.