Opel: Noch ein Manager geht
Opel-Manager Volker Hoff verlässt mit sofortiger Wirkung den deutschen Autobauer Opel. Die neue Unternehmensführung und er hätten unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft von Opel, deshalb habe man sich entschlossen, getrennte Wege zu gehen, sagte Hoff am Sonntag dem Hessischen Rundfunk. Er verlasse das Unternehmen ohne Zorn. In seinen zweieinhalb Jahren bei Opel habe er viel gelernt. Über die Nachfolge Hoffs sei noch nicht entschieden, sagte Opel-Sprecher Harald Hamprecht.
Der ehemalige hessische Landesminister und CDU-Politiker war 2010 vom damaligen Opel-Chef Nick Reilly ins Unternehmen geholt worden. Dessen Nachfolger Karl Friedrich Stracke trat in der vergangenen Woche überraschend zurück. Derzeit führt der Opel-Aufsichtsrats-Chef und General-Motors-Manager Stephen Girsky übergangsweise die Geschäfte bei Opel.
Gewerkschaft bringt sich in Stellung
Im Zuge des Managementwechsels bei Opel bringt sich die Gewerkschaft für harte Auseinandersetzungen in Stellung. IG-Metall-Chef Berthold Huber pochte in der Süddeutschen Zeitung vom Samstag auf die strikte Einhaltung der Arbeitsplatzgarantie bis 2016 und drohte, den Preis für Werkschließungen hochzutreiben. Opel-Interimschef Stephen Girsky stimmte derweil die Mitarbeiter auf anstehende Veränderungen ein.
Huber warnte die Konzernmutter General Motors vor Vertragsbrüchen. "Wer Opel aufgeben wollte, muss wissen: Das wären die teuersten Werksschließungen, die ein Konzern jemals in Deutschland versucht hätte", sagte er. "Das würde Unsummen kosten." Die IG Metall werde "knallhart" darauf bestehen, dass GM die Verträge einhält. Die Garantien für die Werke und die Arbeitsplätze müssten bis Ende 2016 weiter gelten. "Wir geben keinen einzigen Standort preis".
Opel-Interimschef Girsky forderte in einer E-Mail an alle Konzern-Mitarbeiter Veränderungsbereitschaft und Anstrengungen. Er verlange "von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln", zitierte die Bild aus der E-Mail. "Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse." Der Sanierungskurs werde auf alle Fälle fortgeführt, um eine "nachhaltige Profitabilität" zu erreichen.
Nach Bild-Informationen wird der Opel-Aufsichtsrat am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um die kurzfristige Nachfolge des bisherigen Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl Friedrich Stracke zu beschließen. Aussichtsreicher Anwärter für den Posten sei der bisherige Strategie-Vorstand Thomas Sedran.
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