Oman - der blinde Fleck auf Österreichs Exportlandkarte

++ HANDOUT ++ AUSSENMINISTERIN MEINL-REISINGER IM OMAN: MEINL-REISINGER (NEOS) / AL BUSAIDI
Der Wüstenstaat am Persischen Golf setzt verstärkt auf Solar- und Windkraft. Davon könnten heimische Unternehmen profitieren.

Der Oman sei die Schweiz am Persischen Golf, heißt es: klein, reich, politisch neutral. Und doch steht das ölproduzierende Sultanat in puncto Export bisher im Abseits. Was verwundert, liegt es doch in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, die für Österreich unter anderen wegen ihrer OMV-Beteiligung bedeutsam sind.

Die Hauptstadt Maskat ist verglichen mit der Gigantomanie und Glitzerwelt von Abu Dhabi oder Dubai ein ruhiges Dorf. Und auch insgesamt stellt das Fünf-Millionen-Einwohner-Land an der Straße von Hormus so etwas wie einen blinden Fleck auf der Exportlandkarte Österreichs dar. Das soll sich ändern, hat sich auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) vorgenommen. Sie ist auf einer mehrtägigen Wirtschaftsmission in der Golf-Region und im Oman.

Auf der ersten Station ihrer Reise ist das Potenzial für die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen noch besonders groß. Erfolgsbeispiele wie die Niederlassung des Papierkonzerns Mondi gibt es, doch die Beziehungen gelten als durchaus ausbaufähig.

So betrug der Überschuss Österreichs im Handel mit dem Oman im Jahr 2024 gerade einmal 82 Millionen Euro, weil im Wesentlichen Maschinen geliefert werden und Weihrauch importiert wird. Im Vorjahr zogen die Exporte zwar deutlich an, verglichen mit Österreichs Gesamtexporten von mehr als 190 Milliarden Euro ist das Volumen freilich so gut wie nichts.

Energiewende

Doch das könnte sich in Zukunft ändern, etwa durch neue Kooperationen im Energiebereich. Das Land setzt auf Transformation und Diversifizierung, will internationale Investoren anlocken und insgesamt unabhängiger vom Öl werden. Meinl-Reisinger traf dazu etwa Energieminister Salim bin Nasser Al Aufi, der über den massiven Ausbau erneuerbarer Energie in seinem Land berichtete, insbesondere mit Solar- und Windparks, nebst einer umfassenden Strategie für grünen Wasserstoff. Der Oman möchte einer der größten Produzenten und Exporteure von grünem Wasserstoff weltweit werden. Bis 2030 wird eine Produktion von einer Million Tonnen angestrebt.

„Wettbewerbsfähige Energiepreise und ein zukunftsfähiges Energiesystem zu schaffen ist der Teil der österreichischen Industriestrategie, die wir vor Kurzem verabschiedet haben“, erinnert die Ministerin. Die Transformation des Omans „bietet Wirtschaftschancen für österreichische Unternehmen und Potenzial für noch mehr Kooperation“.

Bis das so weit ist, bleibt das Geschäft ein eher traditionelles. So hat vor Kurzem die heimische Strabag einen 100-Millionen-Straßenbau-Auftrag im Oman an Land gezogen.

Luster aus NÖ

Doch das gewissermaßen leuchtendste Beispiel bleibt der international tätige niederösterreichische Licht- und Glas-Designer Kny.

Die Firma hat bisher Moscheen im Land und – in der jüngeren Vergangenheit – auch die Oper von Maskat mit riesigen Lustern ausgestattet. CEO Harald Kny, Teil der Wirtschaftsdelegation im Oman, arbeitete dafür persönlich mit dem 2020 verstorbenen Sultan Qaboos zusammen. Irgendwo passend zum Besuch des Oman sagte der Designer, der das Unternehmen in dritter Generation leitet: „Wir bringen Visionen zum Leuchten, die Standardanbieter nicht leisten können.“

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