Wirtschaft
15.12.2011

ÖVAG: Jeder Fünfte muss gehen

Mitarbeiterabbau von 20 Prozent bis Ende 2013: Der Aufsichtsrat hat am Donnerstag eine "Neuorganisation" beschlossen.

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Volksbank AG (ÖVAG), die heuer abermals einen Milliarden-Verlust einfährt, hat am Donnerstag eine deutliche Verkleinerung der Bank beschlossen. Damit geht auch ein Mitarbeiterabbau einher: Rund ein Fünftel der Belegschaft muss gehen. Das sind 250 Mitarbeiter. Künftig wird sich die Bank auf ein Kerngeschäft konzentrieren, das die Liquiditäts- und Risikosteuerung für den gesamten Volksbankensektor, Marketing, Produktentwicklung sowie gemeinsame Finanzierungen umfasst.

Ausstieg aus Immobiliengeschäft

Zurückziehen wird sich die Bank aus dem kompletten Immobiliengeschäft und aus der Großfinanzierung. Laufende Kredite werden soweit möglich an andere Banken übertragen. Verkaufen will die ÖVAG die verlustreiche Volksbank Rumänien , die Volksbank Malta sowie das internationale Leasinggeschäft.

Mit dieser Verkleinerung der Bank soll der Kapitalbedarf, den die Europäische Bankenaufsicht EBA zuletzt mit 1,1 Milliarden Euro beziffert hat, deutlich reduziert werden. Die ÖVAG soll am Ende des Prozesses das Spitzeninstitut für die 62 regionalen Volksbanken sein, mit denen sie über gegenseitige Haftungen eng verbunden ist. Dieses Haftungsmodell muss allerdings erst von den Volksbanken beschlossen werden. Die Republik Österreich, die der ÖVAG 2008 mit einer Milliarde Euro unter die Arme gegriffen hat, will erst dann zusätzliches Kapital locker machen, wenn die Haftungen durchgesetzt sind.