Günther Oettinger

© APA/JULIEN WARNAND

Lech Energy Forum
04/11/2014

Oettinger empört im Ländle mit Ja zu Fracking

Der EU-Kommissar präsentierte in Vorarlberg seine Energiezukunft - und erntete herbe Kritik.

Eine Welle der Kritik erntete am Freitag EU-Energiekommissar Günther Oettinger für seine Äußerungen zur Energiezukunft Europas im ORF Vorarlberg. Oettinger hatte sich im Rahmen des Lech Energy Forums für Atomkraft, Kohle und eine Gewinnung von Schiefergas mittels Fracking ausgesprochen, um weiterhin günstige Preise zu garantieren.

Doch um diese Meinung unters Volk zu bringen hatte sich Oettinger das falsche Publikum ausgesucht: Der Vorarlberger Landtag hatte in seiner letzten Sitzung das Fracking-Verbot mit der Zustimmung aller Fraktionen in die Landesverfassung aufgenommen.

"Schiefergas nicht verschließen"

Europa dürfe sich nicht auf Dauer dem Thema Schiefergas verschließen, hatte der EU-Kommissar am Donnerstagabend gesagt. Um Versorgungssicherheit und günstige Preise zu gewährleisten, käme man nicht an Atomkraft, Kohle und Schiefergas vorbei. Noch könne Europa 30 Prozent seines Gasverbrauchs selbst fördern, aber die Lager gingen zu Ende, so Oettinger. Sein Vorschlag: Man solle jetzt Anlagen bauen und diese zur Überprüfung an Wasserwirtschaftler und Geologen weiterleiten. Diese könnten dann nachweisen, dass Fracking ohne Gefahr für Natur-, Trink- und Grundwasser gehe, meinte der EU-Energiekommissar.

"Ungeheuerlich"

Als "ungeheuerlich", "katastrophal" und "unverantwortlich" bezeichneten die Vorarlberger Oppositionsparteien die Aussagen des EU-Gastes, der am Donnerstag und Freitag in Lech am Arlberg am "Lech Energy Forum teilnahm.

Oettinger versetze damit den Bemühungen zum Ausbau der erneuerbaren Energieträger "einen Schlag ins Gesicht" und mache sich "zum Diener der "Atom- und Fracking-Lobby", empörte sich der Vorarlberger FPÖ-Klubobmann Dieter Egger. Die EU-Kommission stelle Profitgier vor die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung und einen nachhaltigen Umweltschutz. SPÖ-Klubobmann Michael Ritsch forderte die EU auf, das Potenzial erneuerbarer Brennstoffe zu fördern, statt Gelder in die Forschung und Entwicklung von Energieträgern zu stecken, die ein hohes Risiko für Umwelt und Gesundheit darstellten. Grünen-Energiesprecher Bernd Bösch warf Oettinger vor, mit seiner Politik atomfreie und ausstiegswillige Länder - insbesondere Deutschland - im Stich zu lassen sowie Schäden und Kosten auf kommende Generationen abzuwälzen.

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