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Wirtschaft
06/27/2019

Österreichs Wirtschaft wächst 2019 und 2020 schwächer

Das Wifo dagegen senkte seine Erwartung für 2020 von 1,8 auf 1,5 Prozent, wegen der geringeren Anstiege bei Investitionen und Außenhandel.

Österreichs Wirtschaft wird 2019 und 2020 durch die mäßige globale Dynamik gebremst und wächst deshalb schwächer. Vor allem heuer dämpfen die geringeren Exporte die Industrie und damit das BIP insgesamt. Fürs laufende Jahr haben die Wirtschaftsforscher ihre Wachstumsprognosen nicht gesenkt, das Wifo nur für 2020. Weiterhin glauben die Institute, dass die Arbeitslosigkeit langsamer sinken wird.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) rechnet für heuer nur mit 1,7 Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP), nachdem es voriges Jahr real noch 2,7 Prozent zugelegt hatte. Das Institut für Höhere Studien (IHS) sieht in seiner neuen Prognose von Donnerstag - wie schon im März - eine Abschwächung des BIP-Anstiegs auf 1,5 Prozent und erwartet für 2020 weiterhin 1,6 Prozent Plus. Das Wifo dagegen senkte nun seine Erwartung für 2020 von 1,8 auf 1,5 Prozent, wegen der geringeren Anstiege bei Investitionen und Außenhandel.

Anhaltendes Beschäftigungs- und Lohnwachstum

Anders als die Exporte, die sich durch die international schwächere Konjunktur gedämpfter entwickeln - was vor allem die Industrie belastet -, wächst der Konsum der Privathaushalte bzw. die Binnennachfrage laut Wifo und IHS "robust". Begünstigt wird das von einem anhaltenden Beschäftigungs- und Lohnwachstum. "Der private Konsum bleibt eine wichtige Konjunkturstütze in Österreich", erklärte das IHS.

Mit der Abkühlung der Konjunktur flaut die Beschäftigungsdynamik ab "und der Abbau der Arbeitslosigkeit gerät ins Stocken", so das Wifo: Die Beschäftigung dürfte zwar 2019/20 weiter steigen - aber nicht genug, um eine höhere Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Die Risiken seiner Sommer-Prognose sieht das Wifo "verstärkt abwärtsgerichtet", resultierend aus dem internationalen Umfeld. Die inländischen Risiken seien dagegen in Summe aufwärtsgerichtet, da Beschäftigung und Einkommen den Privatkonsum weiter stützen.