Wirtschaft
09.10.2018

Österreichische Wirtschaft wird krisensicherer - Pleitenquote sinkt

Im Vorjahr fielen lediglich 1,23 Prozent der Unternehmen Pleiten zum Opfer. Jungunternehmen aber besonders stark betroffen.

Die Ausfallsrate österreichischer Unternehmen hat sich seit dem Beginn der Finanzkrise vor zehn Jahren deutlich verringert. Fielen im Jahr 2009 noch 1,7 Prozent der Unternehmen aus, waren es 2017 nur mehr 1,23 Prozent, hat der Wirtschaftsinformationsdienstleister Creditreform gemeinsam mit der Technischen Universität (TUWien errechnet. Jungunternehmen sind aber besonders stark betroffen.

Je jünger ein Unternehmen ist, desto höher ist das Risiko eines Forderungsausfalles für die Gläubiger. Bei Unternehmen, die jünger als zwei Jahre sind, sind 3,74 Prozent von Ausfällen betroffen, bei Unternehmen, die älter als zehn Jahre sind, 0,7 Prozent, teilte die Wirtschaftsauskunftei am Dienstag mit.
In der Grundstoff- und Chemischen Industrie, im Großhandel und in der (Konsumgüter-)Produktion sind die Ausfallsraten am geringsten. Am anderen Ende der Skala liegen das Transportwesen, das Baugewerbe und konsumnahe Dienstleistungen.

Die Konjunkturentwicklung hat einen deutlichen Einfluss auf die Ausfallsrate. Wenn sich das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) negativ verändert, dann steigt die Ausfallsrate. Dies war etwa im Jahr 2009 der Fall. Laut Professor Walter Schwaiger von der TU Wien sind 65 Prozent der Änderung der Ausfallsrate konjunkturbedingt, 35 Prozent gehen auf Managementfehler, Kapitalmangel, Wettbewerb und anderes zurück.

Auf Bezirksebene zeigt sich, dass im Westen Österreichs weniger Unternehmen ausfallen. Hingegen steigt die Ausfallsrate je weiter man in den Süden und Osten blickt. Die niedrigste Ausfallsrate weisen die Bezirke Landeck (0,12 Prozent), Hermagor (0,30 Prozent) und Bludenz (0,33 Prozent) auf, die höchste Ausfallsrate findet man in Klagenfurt-Land (2,54 Prozent), Neunkirchen (2,36 Prozent) und Klagenfurt-Stadt (2,20 Prozent).
Österreichs Wirtschaft ist laut dieser statistischen Ausfallstudie („Statistical Default Study“) krisenresistenter als die deutsche, wo die Ausfallsrate laut einer vergleichbaren Studie 1,44 Prozent beträgt, heißt es weiter.

In der Studie wurden anhand der Creditreform-Wirtschaftsdatenbank erstmals auch Ausfallsereignisse nach der Definition von Basel III berücksichtigt. Demnach gilt ein Unternehmen als ausgefallen, wenn es über 90 Tage im Zahlungsverzug ist bzw. wenn es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen wird können.