Flugzeug

© APA/dpa/Daniel Karmann / Daniel Karmann

Wirtschaft
11/25/2019

Österreichische Firma will das Fliegen grüner machen

In den kommenden Jahren wird nicht weniger, sondern mehr geflogen. Mit Hilfe neuer Technologien sollen Flugzeuge aber klimaschonender werden.

von Thomas Pressberger

In Zeiten von Klimadebatten und Klimaprotesten hat der Flugverkehr als kräftiger CO2-Emittent keinen guten Stand. Dennoch wird die Zahl der Flüge zu- und nicht abnehmen, sagt Robert Machtlinger, Chef des österreichisch-chinesischen Luftfahrtzulieferers FACC. Mit Umweltschutz und dem Erreichen der Klimaziele soll das trotzdem vereinbar sein.

Starker Anstieg

Mobilität ist zu einem Grundbedürfnis geworden. Da die Weltbevölkerung zunehmen wird, wird das Verkehrsaufkommen steigen, glaubt Machtlinger: „Die Frage ist deshalb, wie Mobilität nachhaltig aussehen kann.“ Und da habe sich in den vergangenen Jahren viel verändert. „Wir fliegen heute vier Mal so viel wie Anfang der 70er-Jahre, der CO2-Ausstoß hat sich aber halbiert.“

Die Flugzeuge seien um 70 Prozent leiser als früher, würden um 90 Prozent weniger Ruß produzieren und um 80 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen. Machtlinger zitiert Prognosen, laut denen sich das Reiseaufkommen bis 2050 vervierfachen wird. Ziel der Luftfahrt ist es, bis dahin den CO2-Ausstoß nochmals zu halbieren.

Derzeit ist der Luftverkehr für 2,7 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. „Würde man alle Flugzeuge, die älter als fünf Jahre sind, durch neue ersetzen, wäre die Bilanz um 25 Prozent besser“, sagt Machtlinger. Das ist hypothetisch, da man nicht so rasch eine so große Zahl neuer Flugzeuge herstellen könnte, zeigt aber, dass neue Flugzeuge merkbar umweltfreundlicher sind.

Künstliche Nerven

„Gerade wir als High-Tech-Unternehmen können noch mehr zum grünen Fliegen beitragen“, sagt Machtlinger. Zum Beispiel noch leichteres Material oder bessere Oberflächen entwickeln. Durch künstliche Intelligenz sollen Designdaten ausgewertet und Formen verbessert werden.

 

Flugzeuge sollen in Zukunft mit „künstlichen Nerven“, sprich Sensoren, ausgestattet werden. Dadurch könnten einzelne Komponenten selber Fehler melden, wodurch die Wartung günstiger und schneller vor sich ginge. Bei einer Triebwerkswartung muss zum Beispiel das Triebwerk vom Flügel abmontiert und großteils zerlegt und wieder zusammengebaut werden, was mehrere tausend Arbeitsstunden benötigt. Das könnte in Zukunft wegfallen.

Kleine Helferlein

Hier sollen auch „Krabbeldrohnen“ zum Einsatz kommen. Diese werden mit Kameras ausgerüstet und senden Bilder aus dem Inneren der Turbine an die Ingenieure. Unnötiges Zerlegen wird damit Vergangenheit. Die kleinen Drohnen sollen entweder beim ersten Start des Triebwerks verfeuert werden, oder sich vorher in einem kleinen Raum in Sicherheit bringen und beim nächsten Mal wiederverwendet werden, führt Machtlinger aus.

Die Verkehrsmittel der Zukunft werden aus einem Mix von Pkws, Zügen und Flugzeugen bestehen, glaubt der Experte. Dazu werden sich auch Flugtaxis – Drohnen, die Passagiere befördern können – dazugesellen.

Erste Einsatzgebiete sollen in ein bis zwei Jahren Megacities in Asien sein. Denn nicht überall seien die öffentlichen Verkehrsmittel so gut ausgebaut wie in Wien. Ein Fortkommen von A nach B wird in diesen wachsenden Ballungszentren eine immer größere Herausforderung. In Europa sollen Lufttaxis frühestens ab 2023 unterwegs sein.

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