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Wirtschaft
12/05/2011

Österreicher sind Euro-Skeptiker

Etwas weniger als die Hälfte aller Österreicher sieht in der gemeinsamen EU-Währung Euro keinen großen Nutzen.

Die Österreicher stehen dem Nutzen der Währungsunion skeptisch gegenüber. 37 Prozent der Befragten sind laut einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) der Meinung, dass Österreich von der Euro-Mitgliedschaft "eher profitiert". 48 Prozent hingegen sagen, dass Österreich "eher nicht" profitiert hat.

Je höher der Bildungsgrad der Befragen, desto eher erntet die gemeinsame Währung Zustimmung: 59 Prozent der Uni-Absolventen glauben, dass Österreich "eher profitiert" hat, 21 Prozent sind nicht dieser Ansicht. Bei Personen mit Matura lautet das Verhältnis 52 zu 34 Prozent. Befragte mit Berufs- und Handelsschulabschluss äußern sich dagegen nur zu 29 Prozent positiv (57 Prozent negativ), bei Pflichtschulabsolventen lautet das Verhältnis 24 zu 61.

Die österreichweite Umfrage wurde vor dem Hintergrund der am Freitag angesetzten Abstimmung im Nationalrat über die Aufstockung des Euro-Rettungsschirms (EFSF) durchgeführt. Die Umfrage zeige, dass die Verunsicherung der Menschen steige und sie gemeinsame europäische Antworten erwarten, schreibt die ÖGfE. Gleichzeitig sei der Handlungsspielraum der politischen Akteure begrenzt. EU-Institutionen mit mehr Kompetenzen würden von den Österreichern aber derzeit abgelehnt.

Stärkere Zusammenarbeit gewünscht

Um globale Herausforderungen wie Wirtschaftskrisen, Terrorismus, Zuwanderung oder Umweltkatastrophen zu bewältigen, befürworten rund 75 Prozent der Österreicher eine stärkere Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsländer. 30 Prozent der Befragten können sich eine Weiterentwicklung der EU hin zu "Vereinigten Staaten von Europa" vorstellen. Die Hälfte der Befragten ist aber dagegen.

Deutlich skeptischer zeigen sich die Österreicher in anderen Bereichen: Rund zwei Drittel der Befragten sprechen sich gegen einen direkteren Einfluss der EU-Institutionen auf die Budgetpolitik (58 Prozent), Steuerpolitik (60 Prozent), Pensionsregelungen (64 Prozent) sowie auf Lohn- und Kollektivvertragsverhandlungen (66 Prozent) aus.

Auf die Frage, wer etwa die aktuelle Aufstockung des Rettungsfonds genehmigen sollte, meinen 45 Prozent, dass dies Aufgabe der nationalen Parlamente sein sollte. Allerdings könnten sich 37 Prozent durchaus vorstellen, dass das Europäische Parlament darüber entscheidet.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft im Auftrag der ÖGfE im September 2011 durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 1.008 Personen.

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