Wirtschaft 05.12.2011

OeNB warnt erneut vor Franken-Krediten

OeNB warnt erneut vor Franken-Krediten © Bild: Reuters

Indes rüttelt die US-Justiz am Bankgeheimnis der Eidgenossen: Schweizer Institute sollen reichen Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben.

Franken weiter hoch

Die Nationalbank warnt laut orf.teletext erneut vor Fremdwährungskrediten, vor allem in Schweizer Franken. Das Risiko, am Ende der Laufzeit Verluste hinnehmen zu müssen, sei groß. Heimische Banken haben derzeit rund 40 Mrd. Euro an Franken-Krediten an Private vergeben. Auch der Schweizer Wirtschaft macht der Höhenflug des Franken sorgen. Sollte der Kurs des Franken dauerhaft unter 1,20 Euro bleiben, könnten Exportunternehmen gezwungen sein, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze abzubauen, so der Chefökonom des Dachverbands in der NZZ am Sonntag.

Der Wert des Schweizer Franken ist seit Beginn des Jahres angesichts der Sorge um den Euro und den Dollar erheblich gestiegen. Der Franken wird wegen seiner Stabilität als Anlage geschätzt und legte seit Jahresbeginn um neun Prozent zu gegenüber dem Euro und um 14 Prozent gegenüber dem Dollar zu. Dadurch verteuern sich Schweizer Produkte im Ausland.

USA stellt Ultimatum an Schweiz

Die Parität zum Euro würde der Schweizer Wirtschaft auf Dauer teuer kommen.
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Im Streit über Schwarzgeld-Konten haben die USA Zeitungsberichten zufolge der Schweiz ein Ultimatum gestellt. US-Vizejustizminister James Cole habe der Credit Suisse und neun kleineren Banken mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte die Schweiz nicht bis Dienstag umfangreiche Informationen über Konten amerikanischer Steuersünder liefern, berichteten die Sonntagszeitung und die NZZ.

Die Parität zum Euro würde der Schweizer Wirtschaft auf Dauer teuer kommen.
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Dem Blatt zufolge verlangen die USA von den zehn Banken detaillierte Auskünfte über deren US-Kunden und samt Vermögen. Dabei gehe es darum, die Anzahl aller US-Privatkunden und Stiftungen mit Anlagen von mindestens 50.000 Dollar zwischen 2002 bis Juli 2010 offenzulegen. Zehntausende Kunden könnten betroffen sein, viel mehr als die Schweiz nach einem noch von den USA zu ratifizierenden Steuerabkommen offenlegen könnte. Die US-Behörden wollen herausfinden, ob die Institute ebenso wie das größte Schweizer Geldhaus UBS reichen Amerikanern bei Steuerhinterziehung geholfen haben. Die UBS hatte solche Vorwürfe vergangenes Jahr eingeräumt und 780 Millionen Dollar Strafe gezahlt. Zudem musste das Institut die Namen von rund 4500 mutmaßlichen US-Steuersündern herausrücken.

Erstellt am 05.12.2011