Ölembargo: Iran droht Europa mit Vergeltung
Seit Sonntag gilt das EU-Ölembargo gegen den Iran (mehr dazu: HIER). Sämtliche Öl- und Kraftstoffeinfuhren aus dem Iran in die EU sind untersagt. Zudem dürfen europäische Firmen iranisches Öl nicht mehr transportieren und auch nicht entsprechende Schiffe versichern.
Der Iran hat als Antwort auf das Embargo mit Vergeltung gedroht. "Wir setzen unsere Pläne zur Abwehr der Sanktionen um und werden eine Antwort auf diese böswillige Politik geben", erklärte der iranische Zentralbank-Gouverneur Mahmoud Bahmani am Sonntag der staatlichen Agentur Mehr zufolge.
Die Folgen des Boykotts seien für den Iran zwar hart, doch habe das Land 150 Milliarden Dollar an ausländischen Devisenreserven aufgebaut. Der iranische Ölminister Rostam Qasemi (Kasemi) kündigte ebenfalls Vergeltungsmaßnahmen an und erklärte, mit dem Embargo werde sich Europa letztendlich nur selbst benachteiligen, weil dadurch der Ölpreis steige.
Raketentests
Zugleich kündigte der Iran militärische Raketentests an und warnte Israel mit scharfen Worten davor, einen Angriff auf iranische Atomanlagen zu wagen. "Wenn sie irgendwelche Aktionen unternehmen, dann werden sie uns eine Rechtfertigung dafür liefern, sie vom Angesicht der Erde zu fegen", sagte General Amir Ali Haji Sade (Hajisadeh) von den Revolutionsgarden der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Die Übungen der Raketeneinheiten würden die Botschaft verbreiten, dass der Iran auf alles Böse entschlossen und stark reagieren werde. Und er verwies darauf, dass auch die US-Stützpunkte in der Region in der Reichweite iranischer Raketen lägen.
Der Iran verfügt über Raketen, die angeblich 2000 Kilometer weit bis nach Israel fliegen können. Das iranische Militär hatte im Atomstreit mit dem Westen in den vergangenen Monaten wiederholt damit gedroht, die für die weltweite Ölversorgung wichtige Straße von Hormuz zu blockieren.
Auch hatte der Iran gedroht, auf das Embargo mit einer Blockade der Meerenge von Hormuz zu antworten. Die wichtigste Schiffsroute für Öllieferungen nach Westeuropa und in die USA wäre damit versperrt. Die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen deshalb vorsorglich eine Ausweich-Pipeline zum Golf von Oman in Betrieb. Andere OPEC-Produzenten wie Kuwait und Katar wollen weiterhin über die Straße von Hormuz liefern.
Ölexporte gesunken
Nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur sind die iranischen Ölexporte seit Ende 2011 um eine Million Barrel täglich auf 1,5 Millionen gefallen. Im März hatte der Ölpreis wegen der drohenden Lieferausfälle einen Höchststand von 128 Dollar je Barrel (159 Liter) erreicht. Seither ist er auf 85 Dollar gesunken. Zum einen hat Saudi-Arabien seine Produktion ausgeweitet, zum anderen sank die Nachfrage wegen der weltweit schwächeren Konjunktur.
-
Hauptartikel
-
Hintergrund
-
Hintergrund
Kommentare