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Eurozone
10/17/2016

Ökonom Sinn rechnet mit Austritt Italiens aus der Eurozone

Ex-Chef des deutschen Forschungsinstituts ifo bezeichnet die Wirtschaft Italiens als so desolat, dass der Austritt eine Frage der Zeit ist.

Erst kürzlich hatte Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz erklärt, er erwarte ein Ausscheiden Italiens aus der Eurozone. Nun pflichtet ihm Hans-Werner Sinn, der Ex-Chef des Münchner Forschungsinstituts ifo, bei: Die wirtschaftliche Situation Italiens sei so desolat, dass ein Austritt aus dem Euro nur noch eine Frage der Zeit sei, sagt er im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt".

Sinn: "Das Land kommt mit dem Euro nicht zurecht. Die italienische Volkswirtschaft ist nicht wettbewerbsfähig und hat in den vergangenen Jahren keine messbaren Anstrengungen unternommen, wieder wettbewerbsfähig zu werden." Italiens Industrie produziere immer noch 22 Prozent weniger als vor der Finanzkrise, die Jugendarbeitslosigkeit liege bei knapp unter 40 Prozent. "Solch eine katastrophale Situation kann ein Land nicht lange aushalten", so Sinn gegenüber der "Welt".

Der Euro werde außerdem immer unbeliebter: "Die Hälfte der Italiener will aus dem Euro austreten, das ist der höchste Wert aller europäischer Länder, in denen diese Frage in letzter Zeit gestellt wurde". Dass sich an der Situation bald etwas ändert und dringend notwendige Reformen umgesetzt werden, glaubt Sinn nicht: "In Italien wird viel geredet, aber nicht gehandelt."

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