© APA

Wirtschaft
07/30/2012

ÖIAG: Fehlendes Konzept sorgt für viele prominente Absagen

Bis September soll die Staatsholding einen neuen Chef bekommen. Auf ein neues Konzept muss sie noch länger warten.

Rund um die laufende Bestellung eines neuen Chefs für die Staatsholding ÖIAG – für deren Bewerbung die Frist am Dienstag abläuft – kursieren etliche prominente Namen. Die prominentesten freilich in der Kategorie Absage. So hat Brigitte Ederer, die als Personalchefin im Siemens-Konzernvorstand für weltweit mehr als 400.000 Mitarbeiter verantwortlich ist und die selbst im ÖIAG-Aufsichtsrat sitzt, auf die einschlägige Frage von Aufsichtsratskollegen dezidiert abgewunken. Als ein wesentlicher Grund wird das Fehlen eines Zukunftskonzeptes für die Staatsholding, die nur noch drei große Beteiligungen verwaltet, kolportiert.

Bereits einen Korb gegeben hat auch Ex-Lufthansa-Boss Wolfgang Mayrhuber den ÖIAG-Kontrolloren. Der 65-jährige gebürtige Oberösterreicher will denn doch lieber Aufsichtsratschef seines ehemaligen Arbeitsgebers werden, auch wenn der Widerstand innerhalb der Lufthansa dagegen steigt.

Nicht mehr bewerben wird sich Ex-Telekom-Chef Boris Nemsic, der 2010 dem jetzt überraschend nach Brüssel abgewanderten Kurzzeit-ÖIAG-Chef Markus Beyrer unterlegen war: "Für mich kommt die Neuausschreibung zum denkbar blödesten Zeitpunkt." Nemsic wird im Telekom-Skandal – "mit dem ich aber Gott sei Dank nichts zu tun habe" – als Beschuldigter geführt.

Von der "roten" Reichshälfte bereits abgesagt haben Ex-OMV-Boss Wolfgang Ruttenstorfer, auch Infineon-Österreich-Chefin Monika Kircher kann sich einen Wechsel an die Spitze der Staatsholding nicht vorstellen.

Steirer Herbert Paierl Favorit

Als aussichtsreichster Kandidat – und als Wunschkandidat von Finanzministern Maria Fekter – gilt der ehemalige steirische ÖVP-Landesrat Herbert Paierl. Auf ihn passt offenbar Fekters Job-Definition am besten: "Es muss eine Person sein, die kompetent ist, solch einen Gesamtkonzern zu führen, die Kapitalmarkterfahrung hat, die die österreichische Seele kennt und die weiß, wie verletzend mediale Querschüsse sein können." Bis auf die Erfahrung in der Führung eines Konzerns erfüllt Paierl diese Ansprüche. Offen ist allerdings, ob er sich bewirbt: Paierl war bereits Anfang 2011 als ÖIAG-Chef im Gespräch gewesen, hatte aber dementiert, sich überhaupt beworben zu haben. Begründung: Es sei kein Konzept in Sicht, in dem die ÖIAG mehr sein soll als eine Verwaltung für drei Industriebeteiligungen.

Trotz der Absage von Ex-Lufthansachef Mayrhuber könnte die ÖIAG dennoch künftig von einem ehemaligen Luftfahrt-Manager geführt werden. Denn seit vergangener Woche ist auch Ex-AUA-Vorstand Peter Malanik im Gespräch. In den Reihen der Aufsichtsräte der Staatsholding gilt Malanik trotz seiner Ablöse durch AUA-Eigentümerin Lufthansa als fähiger Manager.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.