Der Rückzug der Deutschen Bahn aus dem Nachtzugverkehr ist umstritten.

© REUTERS/MICHAELA REHLE

Zugverkehr
12/04/2015

ÖBB könnten Nachtzüge der Deutschen Bahn übernehmen

Nacht- und Autozüge in Deutschland sollen gestrichen werden. Die ÖBB könnten einspringen.

Ein Teil der deutschen Nacht- und Autozüge könnte einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben werden und damit erhalten bleiben. Nach Informationen der Zeitung verhandelt die Deutsche Bahn, die ihre Nacht- und Autozüge zum Fahrplanwechsel in einem Jahr komplett streichen wolle, mit den ÖBB über eine Fortführung der Angebote.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn werde bei seiner Sitzung am 16. Dezember über den Rückzug beraten, schreibt die Zeitung. Die Konzernspitze begründe das geplante Ende der Auto- und Nachtzüge mit mangelnder Rentabilität und hohem Investitionsbedarf.

Das sieht man in Österreich anders. "Wir halten an unseren Nachtzügen fest und sind zufrieden mit der Entwicklung", sagte ÖBB-Sprecher Michael Braun derStuttgarter Zeitung. Nachtzüge seien zwar ein Nischenprodukt, aber wichtig für manche Kunden.

Auf Fragen zu Gesprächen mit der Deutschen Bahn ging er nicht ein. Die ÖBB betreiben bereits die Nachtreisezüge Wien-Hamburg und Wien-Düsseldorf durchgehend und bieten laut Braun seit Kurzem auch die Möglichkeit, zwischen Wien und Düsseldorf das Auto mitzunehmen.

Autozüge eliminiert

Neben vielen Nachtzügen hat die Deutsche Bahn bereits fast alle Autozüge aus den Fahrplänen gestrichen. Letztere fuhren jahrzehntelang unter anderem nach Italien, Frankreich und in die Schweiz und waren bei Urlaubern und vor allem Motorradfahrern sehr beliebt, die stressfrei in die Berge oder ans Mittelmeer reisen wollten.

Politisch ist der Rückzug der Deutschen Bahn aus dem Nachtzugverkehr umstritten, Bahn-Verkehrsvorstand Berthold Huber wurde bereits zweimal in den Verkehrsausschuss des Parlaments bestellt, seine Aussagen seien aber erneut vage und unscharf gewesen, berichteten Teilnehmer laut "Stuttgarter Zeitung".

Dabei sind laut Stuttgarter Zeitung trotz vernachlässigter Modernisierungen die Nachtzüge noch immer gut gebucht, und die Nachfrage sei stabil. Wörtlich habe das so sogar der frühere DB-Vorstand Ulrich Homburg noch Anfang des Jahres im Verkehrsausschuss des Bundestages einräumen müssen. Zuvor hatte der Konzern den Eindruck vermittelt, die Fahrgastzahlen würden sinken.

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