Nokia pfeift auf Mindestlöhne
Nokia steckt in der Krise. Der Handy-Konzern konnte bei dem Smartphone-Boom nicht Schritt halten und büßte im zweiten Quartal diesen Jahres 44 Prozent Marktanteil ein.
Nun kommen die Finnen auch moralisch in Bedrängnis: Der NGO-Plattform Finnwatch zufolge zahlen Nokia und seine Zulieferer den Arbeitern ihrer Fabriken im indischen Chennai (Madras) Löhne, die fast um die Hälfte unter dem für den Lebensunterhalt notwendigen Niveau liegen. Der Großteil der von den Herstellungsbetrieben beschäftigten Arbeiter sind laut dem Bericht als Praktikanten eingestuft oder werden über Personalfirmen angeheuert.
70 Euro pro Monat
Der gezahlte Durchschnittslohn für die vom Marktführer Nokia beschäftigten Arbeiter beträgt laut Finnwatch umgerechnet 70 Euro, wobei in
Indien 130 Euro als Mindestbetrag gelten, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Nokia beschäftigt in seinen Fabriken in Channai rund 11.000 Menschen. Der Großteil davon sind einfache Arbeiter. Bei den leitenden Angestellten zahlt Nokia der Studie zufolge vergleichsweise hohe Löhne.
Außer Nokia wurden deren Zulieferer Salcomp, Flextronix und Foxconn von Finnwatch unter die Lupe genommen. Deren Arbeiterlöhne liegen teilweise noch unter den von der Hauptfirma gezahlten.
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