Nestlé-Sparten: Von Kindermehl bis Tiefkühlpizza

Der Schweizer Lebensmittelriese bietet nicht nur Produkte aus den verschiedensten Bereichen an - oft ist er auch weltweiter Marktführer.


Kindernahrung

Begonnen hat alles im Jahr 1866: Der Schweizer Apotheker Henri Nestlé entwickelte lösliches Milchpulver, das als Muttermilchersatz diente.

Bereits 1898 übernahm Nestlé die erste ausländische Fabrik, ein Milchpulverwerk in Norwegen. 1905 kam es zur Fusion mit einem großen Schweizer Kondensmilch-Werk. Kleines Nest

Das Familienwappen (Nestlé bedeutet "kleines Nest") ist übrigens bis heute das Logo des Konzerns. Schokolade

1929 begann Nestlé den Schokoladen-Markt zu erobern:  Drei Schweizer Schoko-Produzenten schlossen sich mit dem Unternehmen zusammen. Kaffee

Bereits in den 30ern bescherte löslicher Kaffee dem Lebensmittelkonzern große Gewinne. Heute ist Nescafé der meistgetrunkene Kaffee der Welt - und die wertvollste Marke der Schweiz. 

Mit dem Kapselsystem Nespresso (im Bild Testimonial George Clooney) landete der Konzern in den 90ern den nächsten Volltreffer. Für 2010 erwartet das Tochterunternehmen einen Umsatz von drei Milliarden Franken. Fertigprodukte

1947 fusionierte Nestlé mit den Unternehmen Maggi, das schon damals für seine Fertigsuppen, Brühwürfel und Suppenwürze bekannt war.

Es folgten die Übernahmen von Findus, Schweizer Vorreiter bei Tiefkühlprodukte, und der Ursina-Franck-AG (bekannt für den Thomy-Senf). Babypflege

Nach und nach wurden auch Bereiche abseits der Lebensmittelindustrie für Nestlé interessant. 
Nestlé hält nicht nur Anteile am Kosmetik-Konzern L'Oreal, 1983 übernahm es auch das deutsche Unternehmen Bübchen, das Körperpflegeprodukte für Säuglinge, Kinder und Schwangere herstellt. Noch mehr Lebensmittel


In der zweiten Hälfte der 80er folgte die nächste große Übernahmewelle, bei der das US-Unternehmen Carnation, der britische Schokoladenhersteller Rowntree Mackintos und des italienischen Teig- und Süßwarenkonzerns Buitoni an Nestlé gingen. 

Im Bild: Der Nestlé Supermarkt im Unternehmenssitz in Vevey Wasser

In den 90ern "sammelte" Nestlé Dutzende Tafelwasser-Marken, unter anderem gehören San Pellegrino, Vittel und Perrier zum Konzern. Nestlé Waters ist heute die Nummer eins am Weltmarkt. Tierfutter

Auch bei Tiernahrung ist Nestlé Marktführer, seitdem es 2002 für 10 Milliarden US-Dollar den amerikanischen Tierfutterkonzern Ralston Purina einkaufte. Eiscreme

2002 übernahm Nestlé den deutschen Speiseeis-Riesen Schöller. Seit der Übernahme von Dreyer's, dem größten US-Eisproduzenten, ist Nestlé hier ebenfalls weltweit die Nummer eins. Babynahrung

Im April 2007 übernahm Nestlé für 5,5 Milliarden US-Dollar den amerikanischen Kindernahrungshersteller Gerber vom Pharmakonzern Novartis. Tiefkühlpizza

Am 5. Januar 2010 folgte die vorläuflig letzte große Übernahme: Nestlé kaufte die Tiefkühlpizza-Sparte von "Kraft Foods" bekannt. Auch hier ist der Konzern Marktführer - what else? Halal-Produkte

Was weniger bekannt sein dürfte: Nestlé ist nach eigenen Angaben auch führend bei der Herstellung von Nahrungsmittel nach islamischen Recht. "Mehr als 80 unserer 456 Werke sind bereits als 'halal' zertifiziert", gab Nestlé-Chef Paul Bulcke kürzlich bekannt.
(KURIER.at) Erstellt am
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