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Wirtschaft
10/08/2019

Nachfrage steigt: So sicher ist ein Banksafe

Wartelisten in vielen Filialen. 5 Punkte, worauf Safe-Mieter achten sollten

von Anita Staudacher

Wohin mit meinen Wertsachen? Das fragen sich derzeit viele Bawag-P.S.K.-Kunden in Wien, die derzeit ohne Safe dastehen, weil ihre Bank die MietvertrĂ€ge dafĂŒr – sehr kurzfristig – kĂŒndigte. Grund ist das Ende der Partnerschaft zwischen Bawag und Post, weshalb die Bawag bis Jahresende aus einigen Post-Standorten auszieht und umgekehrt die Post aus einigen Bank-Filialen. Mit dem Standort werden auch Safes und SchließfĂ€cher aufgelassen bzw. verlegt.

„Wir sind bemĂŒht, allen Kunden wieder Safes am neuen Standort oder in umliegenden Bawag-Filialen zur VerfĂŒgung zu stellen“, heißt es aus der Bawag-Pressestelle. Aus rechtlichen GrĂŒnden sei leider die KĂŒndigung des Safes-Mietvertrages und die Entnahme der WertgegenstĂ€nde sowie optional der Neuabschluss eines Safe-Mietvertrages erforderlich.

Nicht nur bei der Bawag, auch bei anderen Instituten heißt es derzeit oft „bitte warten“. Ausgelöst durch die Nullzinspolitik ist die Nachfrage nach SchließfĂ€chern und Safes so groß wie schon lange nicht. Viele Institute fĂŒhren Wartelisten. „Wir sind in einigen Filialen ziemlich gut belegt“, bestĂ€tigt ein Bank-Austria-Sprecher, insgesamt gebe es aber noch genug KapazitĂ€ten.

Wer einen Banksafe mieten möchte, sollte folgende fĂŒnf Punkte beachten:

1. Inhalt

Es obliegt dem Safe-Mieter, was er darin aufbewahrt, so lange es nicht illegal oder gefĂ€hrlich ist. Am gĂ€ngigsten sind wichtige Urkunden und Dokumente, Schmuck, Gold, wertvolle Sammlungen, aber auch Bargeld und Valuten. AK-KonsumentenschĂŒtzer Christian Prantner rĂ€t, in den GeschĂ€ftsbedingungen (AGB) nachzusehen, welche GegenstĂ€nde aufbewahrt werden dĂŒrfen. So darf Bargeld nicht ĂŒberall verwahrt werden oder es gibt Limits.

2. Dokumentation

Um im Schadensfall Beweise fĂŒr die Versicherung in der Hand zu haben, empfiehlt es sich, eine Liste der WertgegenstĂ€nde samt Fotos (bei Bargeld: mit Seriennummer) anzulegen.

Bank-Schließfach FĂŒr ein einfaches Schließfach, genannt Sparbuch-Schließfach, ist kein Tresorraum vorgesehen. Die in der Filiale vorhandenen SchließfĂ€cher sind  fĂŒr SparbĂŒcher der eigenen Kunden vorgesehen.  Die  Kosten sind mit ca.12 bis 25 Euro im  Jahr dadurch deutlich geringer als fĂŒr klassische Safes.  Die Haftung beschrĂ€nkt sich zumeist nur auf das Sparbuch.

Banksafe Klassische Banksafes befinden sich in einem Tresorraum, der Zugang ist speziell gesichert und wird protokolliert.
Safes kosten je nach GrĂ¶ĂŸe ab ca. 50 Euro im Jahr aufwĂ€rts,  Grundversicherung ist inkludiert.

3. Kosten

Je grĂ¶ĂŸer der gemietete Safe, desto teurer. Die Preise fĂŒr die kleinste GrĂ¶ĂŸe (ab 4 Kubikdezimeter) beginnen ab ca. 50 Euro (z. B. Bank Austria 48,47 Euro, Erste 52,53 Euro, Raiffeisen 60,71 Euro, Bawag 63,80 Euro). FĂŒr grĂ¶ĂŸere Safes muss deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden. Im Schnitt fallen Jahresmieten von mehreren Hundert Euro an. Die teuersten Safes (300 Kubikdezimeter) kosten bei der Bank Austria 1.214 Euro im Jahr.

ZusĂ€tzlich fallen, nach GrĂ¶ĂŸe gestaffelt, einmalige GebĂŒhren an. FĂŒr den Safe-SchlĂŒssel muss eine Kaution hinterlegt werden. Geht er verloren, muss das Schloss ausgetauscht werden, wodurch wiederum Kosten anfallen. Deutlich gĂŒnstiger sind kleine Sparbuch-SchließfĂ€cher (s. unten) oder digitale Safes fĂŒr Scans wichtiger Dokumente via Online-Banking.

4. Zugang

Manche Banken bieten Safes nur ihren eigenen Kunden an. Zugriffsberechtigt ist immer nur der Mieter bzw. eine von diesem ermĂ€chtigte Person. FĂŒr den Notfall (Krankheit, Todesfall) ist es ratsam, weitere Vertrauenspersonen zu bevollmĂ€chtigen. Bei einem Safe muss ein Bank-Mitarbeiter mit einem Bank-BerechtigungsschlĂŒssel den Mieter persönlich in den Tresorraum begleiten, daher ist ein Zutritt hĂ€ufig nur zu den Bank-Öffnungszeiten möglich. Einige ausgewĂ€hlte Filialen gewĂ€hren 24-Stunden-Zugang mit biometrischen Sicherheitscodes. Aus SicherheitsgrĂŒnden wird jeder Zugriff protokolliert.

5. Versicherung

In der Jahresmiete ist in der Regel nur eine Standardversicherung inkludiert, die SchĂ€den bei Einbruch, Feuer oder Wasser in Höhe von mehreren Tausend Euro absichert (Bank Austria: 3.635 Euro, Raiffeisen: ca. 3.000 Euro). Wer höher versichert sein will, muss eine Safe-Zusatzversicherung abschließen. Bei einem Bank-Konkurs fallen Safes ĂŒbrigens nicht in die Konkursmasse, weil der Inhalt im Eigentum des Kunden ist.

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