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Nach Aufsichtsratssitzung
09/11/2014

Karstadt kündigt großen Umbau an

Neuer Eigentümer Rene Benko schickte Vertraute.

Das Zittern und Bangen bei den 17.000 Mitarbeiter der deutschen Kaufhaus-Gruppe Karstadt geht auch nach der Aufsichtsratssitzung vom Donnerstag weiter. Die Aufsichtsräte kündigten nach ihrem Treffen zwar einen "großen Umbau" an, gaben aber noch keine Details bekannt. Schließungsbeschlüsse gab es jedenfalls nicht.

Im Vorfeld der Sitzung kursierten Gerüchte, dass bis zu 30 der insgesamt 83 Warenhäuser ihre Pforten schließen müssen. Betroffen wären bis zu 4000 Mitarbeiter. Vermutet wurde auch, dass es zu einem weiteren Sesselrücken in der Führungsetage kommt.

Verunsicherung

Neo-Karstadt-Eigentümer René Benko soll sich nicht persönlich zur Sitzung angemeldet haben, war im Vorfeld zu hören. Er hat aber zuvor acht Vertraute in das Kontrollgremium entsandt, darunter fünf Österreicher. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Karstadt-Führung vor, die Belegschaft in Ungewissheit zu lassen, und fordert ein Sanierungskonzept. Dass dieses schon bei der ersten Aufsichtsratssitzung auf den Tisch gelegt würde, hatten Beobachter aber bezweifelt.

Der Tiroler Investor René Benko hat sein Vermögen mit Luxusimmobilien in Toplagen gemacht. Auch bei Karstadt soll er weiter auf Luxus setzen, berichtet das Handelsblatt. Die Karstadt Premium GmbH, zu der die Nobelkaufhäuser KaDeWe in Berlin, das Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg gehören, tritt demnach künftig unter "The KaDeWe Group" auf. Das Erscheinungsbild der Vorzeigehäuser soll vereinheitlicht werden – von den Schaufenstern über die Ladengestaltung bis zum Sortiment. Eine Ausweitung des Konzepts auf andere Städte ist demnach bereits angedacht. Die Rede ist von Wien, Prag oder Frankfurt am Main.

Wenig schillernd sind die Zahlen von Karstadt: Der Umsatz sank im Geschäftsjahr 2012/’13 von 2,9 auf 2,7 Mrd. Euro. Der operative Verlust lag bei 124 Mio. Euro.

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