Mit Schmäh-Währung gegen den Preisschub

Brasiliens Bürger leiden vor der Fußball-WM unter den Wucher-Preisen - und führten kurzerhand eine Protest-Geldnote ein.

Blick auf Rio de Janeiro: Seit die Fußball-WM näher rückt, wird die Stadt für die Einheimischen immer teurer. Nun setzen sich die Brasilianer zur Wehr. Sie prangern den Wucher auf einer eigenen Facebook-Seite an und bieten darüber hinaus den "Surreal" als parallele Schmäh-Währung zum Brasilianischen Real zum Ausdrucken an. Statt dem Lorbeerbekränzten Bildnis der Republik, das normalerweise die Geldscheine schmückt, blickt dem Betrachter der spanische Surrealismus-Künstler Salvador Dalí entgegen. In mehreren brasilianischen Städten sind die "Surreal"-Banknoten schon im Umlauf und werden Händlern überteuerter Waren als Zeichen der Missbilligung überreicht - zusätzlich zum Kaufpreis. Der brasilianische Wirtschaftsexperte Jose Julio Sena begründet die hohen Preise mit den sportlichen Großereignissen, die in Brasilien ... ... und besonders in Rio anstehen: die Fußballweltmeisterschaft im heurigen Sommer und ... ... die Olympischen Sommerspiele 2016. Wer im berühmten Strand-Stadtteil Ipanema in diesem Juni und Juli eine Wohnung mieten möchte, wird laut Getulio-Vargas-Stiftung (FGV) mindestens 1.500 Euro dafür zahlen müssen - pro Tag, versteht sich. Eine Nacht im Drei-Sterne-Hotel liegt bei rund 365 Euro - zweieinhalbmal so teuer wie sonst.
(kurier) Erstellt am
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