© APA/dpa/Bernd Schoelzchen

Heumilch
07/15/2015

Milchproduktion: Zillertaler Bauern wechseln die Fronten

Statt für Tirol Milch wird künftig für die Käserebellen in Vorarlberg erzeugt.

Die bisher bei der Tirol Milch unter Vertrag stehenden Zillertaler Bauern werden ab 1. Juli 2016 ihre Milch für die Sulzberger Käserebellen in Vorarlberg verarbeiten. 90 Prozent der Genossenschaftsmitglieder stimmten laut Obmann Hansjörg Schneeberger dafür.

Arbeitsplätze gerettet

"Ich bin sehr froh darüber, dass die Entscheidung so eindeutig ausgefallen ist", sagt Schneeberger. Die Aussicht auf Erhalt des Genossenschaftsstandorts habe die Bauern aus dem Zillertal überzeugt. Wäre es nach den Plänen der Tirol Milch gegangen, hätte die Milch aus dem Zillertal ab November nämlich nach Wörgl gebracht werden sollen. Damit wäre die Struktur im Zillertal weggefallen und Arbeitsplätze verloren gegangen.

Der Pachtvertrag soll zunächst einmal auf fünf Jahre abgeschlossen werden, sagte Schneeberger: "Wir sind auf jeden Fall an einer langen Zusammenarbeit interessiert". Die Vorarlberger wollen 2,5 Millionen Euro in den Standort investieren, ab dem kommenden Jahr sollen 8 Millionen Kilogramm Heumilch verarbeitet werden.

Auch der von den Vorarlbergern bezahlte Milchpreis sei attraktiver: "Derzeit würden sie rund vier Cent mehr pro Kilogramm Milch bezahlen", sagte Schneeberger.

Die Zillertaler Bauern sind nicht die ersten, die nach der Milchehe der Tiroler mit der oberösterreichischen Berglandmilch vor rund vier Jahren die größte heimische Molkerei verlassen. Bereits im Herbst 2013 verabschiedeten sich 195 Bauern des Wipp- und Stubaitales vom Konzern und beliefern seit dem 1. April 2014 den Milchhof Sterzing in Südtirol.

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