Mietervereinigung warnt vor Gehalts-Checks im sozialen Wohnbau

Vorsitzende: Würde zu Gettoisierung führen. Petition gegen "Gehalts-Striptease im geförderten Wohnbau" gestartet.
Ein dekorierter Balkon mit roten Blumen, Figuren und einer Pfauen-Skulptur.

Die Wiener Mietervereinigung warnt vor regelmäßigen Einkommensüberprüfungen im geförderten Wohnbau. Die im Programm der Bundesregierung ankündigte Maßnahme würde zu einer Gettoisierung führen, zeigte sich Vorsitzende Elke Hanel-Torsch bei einer Pressekonferenz am Montag überzeugt. Aus diesem Grund habe die Organisation eine Petition gegen den "Gehalts-Striptease" gestartet.

Im Regierungsprogramm wurden "regelmäßige Mietzinsanpassungen für Besserverdiener im kommunalen und gemeinnützigen Wohnbau" angekündigt. "Aus unserer Sicht würde das keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung der Gesamtsituation herbeiführen", sagte Hanel-Torsch. Sie verwies auf "ein ähnliches Experiment" in Berlin, das gescheitert sei. "Die Konsequenz war, dass Besserverdiener ausgezogen sind und es zu einer Gettoisierung gekommen ist", sagte sie.

Hanel-Torsch: Nur Immo-Branche würde profitieren

Von der Maßnahme würde nur eine kleine Gruppe profitieren, nämlich die Immobilienbranche, ist Hanel-Torsch überzeugt. Die regelmäßigen Überprüfungen würden außerdem einen hohen bürokratischen und damit auch einen "enormen finanziellen Aufwand" bedeuten. Die Petition der Mietervereinigung "Nein zum Gehalts-Striptease im geförderten Wohnbau" kann hier unterzeichnet werden.

FPÖ kontert: "Stimmungsmache"

Die Wiener FPÖ äußerte umgehend Kritik am Vorgehen der SPÖ-nahen Mietervereinigung. "Hier wird Stimmungsmache wider besseres Wissen betrieben", sagte Alfred Wansch, Vorstandsvorsitzender des von der FPÖ gegründeten "Mieterschutzrings". Die Gehaltschecks im geförderten Wohnbau seien "von ÖVP-Regierungsverhandler und ARGE-Eigenheim-Obmann Christian Struber bereits öffentlich ad acta gelegt" worden.

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