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Wirtschaft
06/23/2019

Metrovorstand lehnt Übernahme-Angebot als zu niedrig ab

Tschechischer Milliardär bietet 5,8 Milliarden Euro für den deutschen Handelskonzern

Der Vorstand des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro hat das Übernahmeangebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky abgelehnt. Metro sei mit dem Angebot von insgesamt rund 5,8 Milliarden Euro „erheblich unterbewertet“, lautet die Reaktion von Metro-Chef Olaf Koch. Er rät den Aktionären vorerst keine Aktien zu verkaufen. Die freiwillige Offerte beläuft sich auf 16,00 Euro für jede Stammaktie und 13,80 Euro für jede Vorzugsaktie.

Kretinsky hält mit seiner Holding-Gesellschaft EPGlobal Commerce 10,91 Prozent der Anteile. Dazu kommen Optionen auf weitere Anteile, die Ende Juni auslaufen. Wenn Kretinsky diese Optionen zieht, dann käme er auf über 30 Prozent der Anteile. Er wäre dann verpflichtet, allen Aktionären ein Übernahmeangebot zu machen.

Wachstumsstrategie

„Wir sind fest davon überzeugt, dass Metro alle Voraussetzungen erfüllt, um ein langfristig erfolgreiches Unternehmen zu sein“, betonte Kretinsky. Er wolle Metro „eine zukünftige Wachstumsstrategie ermöglichen“. Der Investor versprach, er plane weder Märkte in Deutschland zu schließen nach Arbeitsplätze in größerem Umfang abzubauen.

Der vor allem durch Investitionen in die Braunkohle reich gewordene tschechische Geschäftsmann war im vergangenen Jahr bei dem Handelsriesen eingestiegen und hatte damit Übernahme-Spekulationen ausgelöst. Die Metro-Stammaktie, die Anfang August 2018 noch bei Kursen um elf Euro lag, hatte von den Übernahmespekulationen profitiert und ging am vergangenen Freitag mit 15,54 Euro aus dem Handel. Dies entspricht einem Wertzuwachs von fast 35 Prozent.

Metro hat derzeit in rund 760 Filialen 150.000 Beschäftigte. Der Jahresumsatz belief sich zuletzt auf 36,5 Milliarden Euro.