Arbeitnehmer-Chefverhandler Dürtscher und Wimmer

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Wirtschaft
10/20/2018

Metaller-KV: Gewerkschaft rüstet zum Streik

Nicht-Einigung nach vierter Verhandlungsrunde. Arbeitgeber wollen statt geforderter 5 Prozent nur 2,02 Prozent mehr Lohn bezahlen.

Fast hätte es in den frühen Morgenstunden doch noch nach einer Einigung ausgesehen. Nach einer neunstündigen Verhandlung trennten sich Arbeitgeber- und Arbeinehmer-Vertreter der laufenden Metaller-Lohnrunde aber letztlich doch im Streit. Wieder einmal geht es um die Prozentzahl. Und bei dieser liegt man weit auseinander. Während die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt fordert, liegt das Gegenangebot der Arbeitgeber für Lohn- und Gehaltserhöhungen bei 2,02 Prozent.

Das sei eine „Verhöhnung“ der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, so die beiden Chefverhandler der Arbeitnehmerseite, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) in einer Aussendung. Auch bei den Arbeitszeitforderungen der Gewerkschaften habe es zu wenig Entgegenkommen auf Arbeitgeberseite gegeben.„Die Industrie fährt satte Gewinne ein, die Auftragsbücher sind voll".

Kampfmaßnahmen geplant

Die Gewerkschaft bereitet nun Kampfmaßnahmen vor. Schon am kommenden Donnerstag am 25. Oktober wird mit den Betriebsräten über die weitere Vorgehensweise entschieden. "Wir werden den Druck deutlich verstärken“, so die beiden Verhandlungsführer.

Abschlussbereit

Von Seiten der Arbeitgeber hingegen wurde bedauert, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen abgebrochen habe. Man sei bereit zu einem Abschluss gewesen, hieß es in einer Aussendung. „Wir haben heute einen fairen Vorschlag vorgelegt und sind bereit, die Löhne und Gehälter in unserer Branche in jedem Fall über der Inflation zu erhöhen. Und wir haben intensiv über Möglichkeiten im Rahmenrecht diskutiert. Die Gewerkschaften haben unser Angebot trotzdem zur Gänze abgelehnt und legen es offenbar ausschließlich darauf an, eine öffentlichkeitswirksame Kampagne umzusetzen“, kritisiert die Arbeitgeberseite.
Die Arbeitgeber hätten die Inflationsrate von 2,02 Prozent außer Streit gestellt. Um wie viel über der Inflationsrate man bereit gewesen sei, die Löhne und Gehälter zu erhöhen, wurde in der Aussendung nicht konkretisiert.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir waren heute abschlussbereit. Niemand, der auch nur ansatzweise Wirtschaft versteht, kann nachvollziehen, warum die Gewerkschaften alle Vorschläge blockieren“, meinte er. Offensichtlich hätten die Gewerkschaften bereits vor dieser Verhandlungsrunde konkrete Betriebsrätekonferenzen für den 25. Oktober geplant. „Es fehlt uns jedes Verständnis für eine solche Vorgangsweise. Diese Show muss ein Ende haben. Wir sind der falsche Adressat, wenn die Gewerkschaften gegen die Bundesregierung mobilisieren wollen. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geben wir allerdings eine Garantie ab: sie werden auch heuer in jedem Fall wieder eine faire Lohnerhöhung erhalten“, so Knill abschließend.

Ein weiterer Verhandlungstermin sei aus terminlichen Gründen erst für den 8. November avisiert.