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Wirtschaft
12/05/2011

Mehr Arbeitslose im September

Die Beschäftigung ist gestiegen, aber eine Konjunktureintrübung zeichnet sich ab: Es gibt weniger offene Stellen.

Der September hat bei stark steigender Beschäftigung eine leicht steigende Arbeitslosigkeit gebracht. 280.127 Menschen waren im September auf Jobsuche - 61.920 davon haben an Schulungen teilgenommen. Somit gab es um 4000 Arbeitssuchende mehr als im Vorjahresmonat, die Zahl der Schulungen hat um 10 Prozent abgenommen. Dennoch gibt es 3523 Jobsuchende weniger als im Vorjahr. Die Zahl der aktiv Beschäftigten ist um 68.000 gestiegen, aber es zeichnet sich bereits eine Abschwächung der Wirtschaftsdynamik ab. So ist die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 2.357 (6,7 Prozent) auf 32.707 zurückgegangen, schreibt das Sozialministerium.

Österreich bleibt damit das EU-Land mit der niedrigsten Arbeitslosenquote und das einzige Mitgliedsland, das - mit 3,7 Prozent - weniger als vier Prozent Arbeitslosenrate aufweist. Auch gebe es "die höchste Beschäftigung in der Geschichte Österreichs, auch die Vollzeitbeschäftigung wächst", so Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

Doch wird die Freude bei Hundstorfer getrübt - von den am Freitag veröffentlichten Prognosen von Wifo und IHS. Die Experten halbierten ihre Wachstumsprognosen für 2012. Hundstorfer nehme diese Ankündigung "sehr ernst" und rief in Erinnerung, "dass Qualifikation der Schlüssel ist, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden". Zudem kündigte er ein Maßnahmenpaket an, "von dem insbesondere Frauen profitieren werden". Denn bei Frauen hat die Arbeitslosigkeit im September um 2,7 Prozent zugelegt - bei Männern machte der Anstieg 1,1 Prozent aus. Unter Berücksichtigung der rückläufigen Schulungen gab es bei Frauen eine geringfügige Abnahme der Jobsuchenden um 422 Personen, bei Männern eine deutliche Abnahme um 3101.

Jugend

Bei Jugendlichen gab es mit 37.849 um 242 mehr arbeitslos gemeldete aber um 2.191 weniger Schulungsteilnehmer, damit in Summe um 1.949 weniger Jobsuchende. Die Differenz zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen ("Lehrstellenlücke") ging zurück und erreichte mit 2.044 den geringsten Wert seit zehn Jahren, wie das Sozialministerium mitteilte. 7.035 Lehrstellensuchenden standen 4.991 offene Lehrstellen gegenüber. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 7,9 Prozent, was der zweitbeste Wert in der EU ist.

Bundesländer

In Niederösterreich (- 1,2%), Oberösterreich (-2,5%) und Vorarlberg (- 14,5%) ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken. In der Steiermark (+ 2,0 %) und in Tirol (+ 0,7 %) wurde der Anstieg der Arbeitslosigkeit noch von rückläufigen Schulungen kompensiert, im Burgenland (+ 4,5 %), Kärnten (+ 3,7 %), Salzburg (+1,2 %) und Wien (+6,7 %) gab es deutliche Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit.

Nach Branchen

Von den Branchen her sticht der Anstieg der Arbeitslosen bei der Leiharbeit um 11,1 Prozent ins Auge. Allerdings sei auch die Zahl der bei Leiharbeitsfirmen Beschäftigten um 10.3 Prozent (8.620) gestiegen, "sodass auch bei der Leiharbeit kein Beschäftigungseinbruch stattfindet sondern nur eine Abschwächung des raschen Wachstums", heißt es in der Aussendung des Ministeriums. In der Industrie ist die Arbeitslosigkeit mit 8,2 Prozent sehr deutlich gefallen, im Tourismus mit 1,9 Prozent schwach. Im Bau (+2,3%), Handel (+0,4%) und Gesundheits- und Sozialwesen (+4,2%) gab es Zuwächse.

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