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Wirtschaft
09/02/2019

Marks & Spencer vor Ausscheiden aus dem Londoner Leitindex Footsie

London Stock Exchange: Nach Kurstalfahrt hat die Aktie des Kaufhauskonzerns einen zu kleinen Börsenwert.

Der Kaufhauskonzern Marks & Spencer gehört wie die Supermarktketten Tesco oder Sainsbury’s zu den größten Einzelhändlern Großbritanniens. Gegründet wurde das Unternehmen vor mittlerweile bereits 135 Jahren. Zur guten Tradition gehört auch die Londoner Börse. Dort notiert Mark & Spencer seit 1926. Naturgemäß zählte der Konzern zu den „Gründungsmitgliedern“, als der Londoner Leitindex FTSE 100 aus der Taufe gehoben wurde. Der Index wurde erstmals am 3. Jänner 1984 mit exakt 1.000 Punkten veröffentlicht, damals wurde er bis ins Jahr 1969 zurückgerechnet. Von Börsianern wird er liebevoll Footsie genannt.

Nach Einschätzung von Experten wird Marks & Spencer den Leitindex jetzt allerdings verlassen müssen. Um im FTSE 100 bleiben zu dürfen, müsste die Börsenbewertung des Unternehmens zumindest unter den 110 größten börsenotierten Gesellschaften zu finden sein. Mit dem Schlusskurs vom Freitag reichte es aber nur noch für Platz 112.

40 Prozent verloren

„Schuld“ daran ist eine mittlerweile mehrere Jahre andauernde Talfahrt des Aktienkurses. Allein seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 40 Prozent an Wert verloren. Wie andere Einzelhändler auch, hat Marks & Spencer mit der zunehmenden Online-Konkurrenz zu kämpfen. Ladenschließungen und Konzernumbau gehen ins Geld, die Konzernverluste sind zuletzt größer als befürchtet ausgefallen.

Aktien, die aus einem Index „fliegen“, setzen oft zu einer weiteren Talfahrt an. Der Hintergrund dafür: Investmentfonds, die einen bestimmten Index nachbilden, steigen aus dem Titel aus.

Optimistisch

Für Michael Hewson, dem Chefanalysten beim Handelshaus CMC Markets, ist ein Abstieg aus dem Index allerdings nicht unbedingt negativ: „Wenn man sich die Entwicklung von Firmen ansieht, die in der Vergangenheit den Leitindex verlassen mussten, dann hat es nie lange gedauert, bis sie wieder drin waren.“