Wirtschaft
21.05.2017

Malta weist Kritik an Steuerpraktiken zurück

Behauptungen über Offshore-Unternehmen seien "sachlich falsch".

Maltas Regierungschef Joseph Muscat hat Berichte über mutmaßlich zweifelhafte Steuerpraktiken europäischer Konzerne in seinem Land zurückgewiesen. Behauptungen über Offshore-Unternehmen seien "sachlich falsch", sagte Muscat am Samstag.

Laut den Informationen des Recherchenetzwerkes European Investigative Collaboration (EIC) gibt es auf Malta Personen und Körperschaften in der EU, die Verbindungen zu 53.247 in Malta registrierten Unternehmen haben.

EU-Staaten entgehen 2 Milliarden Euro jährlich

In den ausgewerteten Datensätzen befinden sich – wie der KURIER am Samstag exklusiv berichtete – 2553 Einträge über zum Teil prominente Österreicher. Die Liste reicht von der AUA bis zu Sport-Vermarkter Harti Weirather. Das Finanzministerium prüft jetzt, ob "Steuervermeider" auf der Liste sind.

Das "wettbewerbsfähige" maltesische Steuersystem (Muscat) entzieht anderen EU-Staaten laut dem französischen Enthüllungsportal Mediapart jährlich Steuereinnahmen in Höhe von 2 Milliarden Euro. Auf Malta anfallende Gewinne müssen nur mit 5 Prozent versteuert werden. Aus Frankreich sollen auf diese Weise Konzerne wie der Bauriese Bouygues massiv Steuern sparen.