Wirtschaft
02.10.2018

Lufthansa will keinen Riesenflieger A380 in Wien stationieren

Vorstand Harry Hohmeister will AUA-Langstreckennetz stärker in Lufthansa-Angebot integrieren.

Die Lufthansa will in absehbarer Zeit keinen Riesenflieger der Marke Airbus A380  in Wien stationieren. Dazu sei der Flughafen zu klein, sagte Lufthansa-Konzernvorstand Harry Hohmeister im Gespräch mit dem Luftfahrtportal „Austrian Aviation Net“. „Mit einer 777-200 mit rund 300 Sitzen ist in Wien tatsächlich das obere Ende der Möglichkeiten schon überschritten“. so Hohmeister.  Aber es sei sogar günstiger, zwei Mal mit einem günstigeren kleineren Flugzeug zu fliegen.

Der Lufthansa-Vorstand kündigte im Gespräch auch an, das Langstrecken-Angebot der AUA stärker in das Lufthansa-Angebot zu integrieren. „Davon erwarten wir erhebliche Ergebnisverbesserungen. „Verkehre sind nicht steuerbar, wenn die Gesellschaften alle komplett unterschiedliche Destinationen anfliegen, also einer nur auf die Malediven, der andere nach Singapur und der dritte auf die Seychellen fliegt. Etwa 80 Prozent der Reiseziele sollte identisch sein, man fliegt also am besten auf ähnlichen Strecken mit einem ähnlichen Zubringernetz. Beides haben wir in den vergangenen zwei Jahren definiert und aufgebaut - nun integrieren wir auch die AUA - damit ist Wien Teil des Systems“, schilderte Hohmeister. Auch in Frankfurt liege der Umsteigeranteil bei 70 Prozent. Einen neuen Hub in Berlin, sollte einmal der neue Flughafen in Betrieb gehen, erwartet der Lufthansa-Chef aber nicht.

AUA muss mehr verdienen

Neue Langstreckenflugzeuge für die AUA haben hingegen „eine sehr niedrige Priorität“, die alten Flieger seien eben erst mit einer Premium Economy Klasse nachgerüstet worden, was zeige, dass „aus dem Haus Lufthansa jetzt nicht unmittelbar die Absicht und die Notwendigkeit bestand, die Flugzeuge zu ersetzen“. Die AUA müsse schnell dauerhaft pro Jahr 100 Millionen Euro verdienen und absehbar nachhaltig 150 Millionen „um auch kontinuierlich investitionsfähig zu sein“. Es stimme auch nicht, dass die AUA die niedrigsten Produktionskosten im Konzern hat, die in Wien angesiedelte Eurowings-EU habe niedrigere Kosten als die AUA. Dass Lufthansa und Swiss höhere Kosten haben, liege am Umfeld, wo es auch bessere Ertragsmöglichkeiten gebe, sagte Hohmeister, der auch Chef des AUA-Aufsichtsrats ist.