"Wir lassen uns von Lufthansa nicht hinhalten", sagte Ilona Ritter, die bei Cockpit für Tarifpolitik zuständige Vorsitzende.

© Reuters

AUA-Mutter
03/28/2014

Lufthansa-Piloten streiken drei Tage lang

Keine Annäherung im KV-Konflikt um höhere Gehälter. Konzern fordert 5400 Piloten zu Verhandlungen auf.

Die Piloten der Lufthansa streiken nächste Woche drei komplette Tage. Der Arbeitsausstand gehe von Mittwoch 00.00 Uhr bis Freitag 23.59 Uhr, teilte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag mit. Betroffen seien auch die Lufthansa-Billigfluglinie Germanwings und die konzerneigene Fracht-Airline.

AUA nicht betroffen

Ein Ausstand dürfte den Flugbetrieb der Kranich-Airline schwer treffen: Nahezu alle der 5.400 Piloten sind Mitglied der Gewerkschaft. Die österreichische Tochter AUA und deren Schweizer Schwestergesellschaft Swiss hingegen sind nicht direkt betroffen, werden aber die Auswirkungen des Lufthansa-Streiks spüren, etwa bei Codeshare-Flügen.

Die deutschen Flugzeugführer verstärken mit dem Ausstand den Druck im Tarifkonflikt mit Europas größter Fluglinie. Sie kämpfen für mehr Geld und die Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente. Mehrere Treffen mit der Lufthansa in den vergangenen Tagen haben zu keinem Ergebnis geführt. "Wir lassen uns von Lufthansa nicht hinhalten", sagte Ilona Ritter, die bei Cockpit für Tarifpolitik zuständige Vorsitzende.

Konzern reagiert: "Schaden abwenden"

Als Reaktion auf die Ankündigung eines dreitägigen Pilotenstreiks hat die Lufthansa die Gewerkschaft Cockpit zu weiteren Verhandlungen aufgefordert. "Es sind noch viereinhalb Tage Zeit, um den potenziellen Schaden von unseren Kunden abzuwenden, der durch den von der VC angekündigten Streik entstehen könnte", sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow am Freitag in Frankfurt.

Urabstimmung

Vor einer Woche hatten sich die Piloten in einer Urabstimmung nahezu geschlossen für einen Ausstand ausgesprochen. Jede Arbeitsniederlegung wird mindestens 48 Stunden vorher angekündigt. Entwarnung für die Passagiere gab es für Ostern - Cockpit schloss an den reisestarken Feiertagen Arbeitsniederlegung aus. In Bremen und Niedersachsen beginnen die Osterferien allerdings schon am Donnerstag.

1000 Flüge fielen aus

Die Lufthansa kommt damit nicht zur Ruhe: Erst am Vortag hatte die Gewerkschaft Verdi die großen Flughäfen bestreikt. Die Fluglinie strich jeden dritten Flug, Zehntausende verpassten ihre Flüge. Der Schaden, den der halbtägige Streik verursachte, geht in die Millionen. Die Cockpit-Angestellten der Lufthansa hatten ihre Durchschlagskraft zuletzt 2010 mit einem Ein-Tages-Streik unter Beweis gestellt, bei dem 1000 Flüge ausfielen.

Worüber gestritten wird

Knackpunkt in dem Tarifstreit ist die bei der Lufthansa für das fliegende Personal lange Zeit übliche Frührente: Bisher konnten Flugzeugführer frühestens mit 55 Jahren und spätestens im Alter von 60 Jahren in den Vorruhestand starten - die Bezüge bis zum Beginn der staatlichen Pension wurden aus der Übergangsversorgung gezahlt. Die Lufthansa kündigte den entsprechenden Tarifvertrag zum Jahreswechsel. Cockpit hingegen fordert, dass wegen der Belastungen durch lange Schichten und Nachtarbeit jeder Pilot selbst entscheiden solle, wann er mit dem Job aufhört. Daneben fordert die Gewerkschaft zehn Prozent mehr Lohn über zwei Jahre. Die Lufthansa bietet hingegen eine vom Geschäftserfolg abhängige Steigerung und ab 2016 ein Plus von drei Prozent

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