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Wirtschaft
06/26/2020

Lufthansa-Aktionäre stimmen deutschem Staatseinstieg zu

Damit bleibt auch das österreichische Rettungspaket für die Lufthansa-Tochter AUA umsetzbar.

von Andrea Hodoschek

Die Aktionäre der Lufthansa haben in einer Sonderhauptversammlung am Donnerstag dem Rettungspaket der deutschen Regierung mit einer Mehrheit von 98,04 Prozent zugestimmt. 
Der Großaktionär Heinz Hermann Thiele (15 Prozent) hatte –  wie berichtet – im letzten Moment seine Zustimmung gegeben.  Den Milliardär störte vor allem die Staatsbeteiligung von 20 Prozent. 
Damit ist auch der Weg zur Rettung des Tochterkonzerns AUA frei geworden.

„Haben kein Geld mehr“

Vor der virtuellen Aktionärsversammlung hatten Vorstand und Aufsichtsrat ab 
12 Uhr mittags für die Annahme des insgesamt neun Milliarden Euro schweren  Rettungspaketes bestehend aus Krediten, stillen  Einlagen und einer direkten Beteiligung des Bundes am Airline-Konzern geworben.   

Ohne Staatshilfe hätte der Lufthansa,  Europas größtem Luftfahrt-Konzern, die Pleite gedroht, hatte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley gewarnt: „Wir haben kein Geld mehr.“ Die Folgen der Corona-Krise werde die Lufthansa aber bewältigen, „wir packen das“.  

Kley hatte sich Kritik am Einstieg des Staats zu einem Preis deutlich unter dem Börsekurs trotzdem nicht verkneifen können, man habe sich ein anderes Vorgehen de Regierung gewünscht. Dass der Staat nicht der bessere Unternehmer sei, „hat die Geschichte der Lufthansa vor 1997 gezeigt“.  Erst damals wurde die Airline-Gruppe vollständig privatisiert. 

In der Nacht auf Donnerstag erfolgte bereits ein wichtiger Sanierungsschritt. Mit  der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO gelang die Einigung über ein großteils freiwilliges Sparpaket im Volumen von einer halben Milliarde Euro. Dafür gibt es unter den 22.000 Kabinen-Mitarbeitern keine Kündigungen. Am Donnerstag genehmigte die EU-Kommission die Staatshilfe.  

Erzrivale Ryanair (Mutter von Laudamotion) kündigte an, auch gegen die Lufthansa-Entscheidung vorzugehen. Covid-19 könne keine Ausrede sein, das Wettbewerbsrecht zu ignorieren, heißt es vonseiten der Iren. Ryanair klagte bereits gegen die Staatshilfen für  Air France und SAS. 

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