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Luftfahrt
08/16/2013

AUA: Streit um Landeerlaubnis in Indien

Aus indischer Sicht hat die AUA-Mutter der staatlichen Air India den Eintritt in die Star Alliance verbaut.

Im Herbst vorigen Jahres hatte die österreichische Fluggesellschaft AUA (Austrian Airlines) Drohungen aus Indien abwehren und ihre Landerechte auf dem Subkontinent weiter behalten können. Nun stellt Indien die Landerechte wieder in Frage, wie aus Äußerungen des indischen Verkehrsministers in der deutschen FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) zu entnehmen ist. Es geht wieder um den Streit um einen Beitritt der sanierungsbedürftigen Air India zur Lufthansa-dominierten Star Alliance. Einige Stimmen sehen auch Druck von den großen Golf-Airlines dahinter.

Indiens Luftfahrtminister Ajit Singh (Bild) drohe der deutschen Lufthansa, deren Tochterunternehmen Swiss International Airlines und Austrian Airlines die Landegenehmigungen zu entziehen, heißt es in der FAZ. Zeitgleich arbeiten die Inder eng mit Lufthansa-Angstgegner Etihad Airways zusammen. Die staatliche Linie aus Abu Dhabi hat sich am indischen Lufthansa-Partner Jet Airways beteiligt.

Drohung nicht neu

Der Grund für die medienwirksame Attacke aus Indien liegt dem Blatt zufolge bei Singhs Sorgenkind Air India. Aus indischer Sicht hat die Lufthansa der staatlichen Fluggesellschaft auf sehr undiplomatische Weise den Eintritt in die Star Alliance verbaut. Dieser Beitritt wäre ein Ritterschlag für das marode Unternehmen gewesen. Doch war schon viele Monate vor dem Aus klar, dass die Inder die Anforderungen nicht bestehen würden. Im Sommer 2011 kam die Absage. Schon damals drohten die Inder, der Swiss und in der Folge auch der AUA die Landerechte zu entziehen, ohne dass etwas geschah. Mit den Drohgebärden erhöht der Minister nun offenbar den Druck auf Lufthansa, für einen zweiten Anlauf aktiv zu werden.

Indische Medien spekulieren aber auch, dass hinter Singhs Vorstoß eine Attacke der indischen Partnerfluggesellschaften aus dem arabischen Raum stehe. In deutschen Kreisen ist laut FAZ wiederum die Rede von möglicher Bestechung, mit der die Lufthansa-Konkurrenten Einfluss auf das indische Luftfahrtministerium nehmen wollten. Belege dafür gibt es bisher nicht. Es wird viel mit Dreck geworfen, mutmaßt das deutsche Blatt.

Singh könnte seine Drohung nach eigenen Angaben tatsächlich umsetzen und den beiden Tochterunternehmen AUA und Swiss mit Hilfe der indischen Luftfahrtbehörde DGCA die Landerechte entziehen. Denn die Verträge seien unter der Bedingung geschlossen, dass es sich um staatseigene Fluggesellschaften handle. Nun aber sei ja Lufthansa Eigentümer der beiden Unternehmen geworden - von den Betriebsrechten von Swiss und AUA profitiere also das falsche Land, argumentiert Singh. Damit seien bilaterale Verträge hinfällig. Die Lufthansa hält dem entgegen, dass die österreichische und die Schweizer Fluggesellschaft über Stiftungen geführt würden die im jeweiligen Land ansässig seien. Im Zweifelsfall dürfte ein Schritt der Inder zu intensiven rechtlichen Auseinandersetzungen führen.

Lufthansa auf Inder sauer

Die Lufthansa nimmt den Indern schon länger übel, dass sie ihr bis heute keine Landegenehmigung am neuen Flughafen in Delhi für das Großraumflugzeug Airbus A380 erteilen. Derzeit setzen die Deutschen ihre A380 für das China-Geschäft ein. Die Airline aus Frankfurt muss laut FAZ schmerzlich mitansehen, mit welcher Macht die Golf-Fluggesellschaften in den Milliardenmarkt vordringen.

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